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LGU nimmt Stellung zur Konsultationsvorlage "Konzept Biber Liechtenstein"

Ein "Konzept Biber Liechtenstein" ist notwendig, damit ein konfliktarmes Zusammenleben in unserer Kulturlandschaft dauerhaft möglich ist.

Im Jahr 2007 wanderten die ersten Biber über den Alpenrhein und die Ruggeller Binnenkanalmündung nach Liechtenstein ein. Das Alpenrheintal und damit auch Liechtensein gehört zum natürlichen Verbreitungsgebiet des Eurasischen Bibers Castor fiber.

Heute ist der Biber ist eine nach nationalem und internationalem Recht geschützte Tierart. Liechtenstein ist als Vertragsstaat der Berner Konvention genau wie die z.B. die Schweiz, Österreich oder Deutschland dazu verpflichtet, alle einheimischen Tierarten und ihre Lebensräume zu erhalten und zu fördern. Im Fall des Bibers bedeutet dies, dass Liechtenstein einen Beitrag zum Erhalt und der Förderung der Biberpopulation im Rheintal leisten muss und auch die Ausbreitung und Vernetzung des Bestandes nicht gefährden darf.

Da die fleissigen Baumeister in eine vielgenutzte Kulturlandschaft zurückkamen, ist es eine wichtige und nicht immer ganz einfache Aufgaben für die betroffenen Staaten, dafür zu sorgen, dass sie Lebensraum zurückerhalten und eine gewisse Toleranz erfahren.

Neben den "normalen" Konflikten mit Bibern in unserer Kulturlandschaft, wie beipielsweise dem Frass an Ackerkulturen oder einer mögliche Vernässung von Feldern, die in jedem unserer Nachbarländer die selben sind, kommt es in Liechtenstein aufgrund der geologischen Gegebenheiten zu gehäuften Problemen mit Bibern und der Sicherstellung des Hochwasserschutzes. Die Sicherstellung des Schutzes der Bevölkerung und wichtiger Infrastrukturen ist ein wichtiges öffenliches Interesse, welches nicht in Frage gestellt werden kann und immer vor dem Biberschutz rangiert.

Der vorliegende Konzeptentwurf fokussiert sich aus Sicht der LGU zu sehr auf die Hochwasserschutzproblematik, was nicht notwendig ist, da der Bevölkerungs- und Hochwasserschutz im öffentlichen Interesse immer über dem Biberschutz seht und entsprechend gehandelt werden kann. Biber können in einem solchen Fall auch getötet werden, wenn es keine anderen befriedigenden Lösungen gibt (was auch bisher so gehandhabt wurde).

Die LGU wünscht sich für ein Liechtensteiner Biberkonzept eine positive Grundhaltung gegenüber dem Rückkehrer Biber. Diese sollte klar zum Ausdruck kommen. Eine schützende und wertschätzende Grundeinstellung "beisst" sich nicht mit einem transparenten und ehrlichen Umgang mit potentiellen Konflikten.

Mit einer Grundstrategie, die u. a. künftige Gewässerrevitalisierungen zuerst auf Biberfeindlichkeit ausrichtet, ist die LGU jedoch nicht einverstanden.

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