Bitte Rücksicht nehmen, ich halte Winterruhe

Eichhörnchen im Winter, Bild: Dellex, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons

Wie überstehen Wildtiere die kalte Jahreszeit? In unserer aktuellen Reihe berichten wir euch erstaunliche Fakten zu ihren faszinierenden Überwinterungsstrategien. Vergangene Woche haben wir die Winterschläfer kennengelernt und werfen nun einen Blick auf diejenigen Tierarten, die keinen Winterschlaf halten und dennoch die meiste Zeit schlafen. Wie unterscheidet sich die sogenannte Winterruhe vom echten Winterschlaf? Und welche Tiere halten überhaupt Winterruhe?

Eichhörnchen halten Winterruhe. Sie ziehen sich in ihr gut isoliertes Baumnest, Kobel genannt, zurück, nutzen ihren buschigen Schwanz als kuschelige Bettdecke und verschlafen so einen Grossteil der kalten Jahreszeit. Das klingt erstmal ähnlich wie beim Winterschlaf, doch die Eichhörnchen wachen immer wieder auf und verbringen dann einige Stunden mit Nahrungssuche und -aufnahme. Sie haben sich nämlich keinen dicken Winterspeck angefressen, sondern rechtzeitig Vorräte versteckt, auf die sie jetzt zurückgreifen können. Bis zu 10'000 Samen und Nüsse haben sie vergraben. Dabei halten sie eine gewisse Ordnung, damit sie die Plätze wiederfinden. Auch ihre sensible Nase hilft ihnen beim Wiederauffinden der Sämereien. Dennoch vergessen sie geschätzt zwischen 25 und 75 Prozent ihrer Vorräte im Boden. Damit pflegen die kleinen Nagetiere eine Art natürlichen Waldbau, denn im Frühjahr spriessen aus den verschleppten Samen junge Fichten, Tannen, Haselsträucher oder Nussbäume.

Eichhörnchen sind übrigens Allesfresser. In der warmen Jahreszeit geniessen sie so manches Insekt und gönnen sich ab und zu ein Vogelei.

Bild: Charlie From Bristol, CC BY 2.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/2.0>, via Wikimedia Commons

Auch Dachse halten Winterruhe und müssen ab und zu auf Nahrungssuche gehen, um zu überleben. Wie beim Eichhörnchen ist das möglich, weil winterruhende Tiere beim Schlafen ihren Stoffwechsel nur wenig herunterfahren und dadurch beim Aufwachen nicht so viel Energie verbrauchen. Beim Fressen sind Dachse ebenfalls nicht heikel. Sie sind Allesfresser und können zudem gut graben. Sind die Böden nicht gefroren, finden sich auch im Winter Würmer und andere Insekten oder Schnecken im Boden oder in der Laubstreu.

 

Wie können wir Tiere unterstützen, die Winterruhe halten?

  • Im privaten Naturgarten kannst du indirekt helfen, indem du ihn so pflegst, dass Kleintiere, Insekten und Vögel genügend Verstecke und Nahrung finden. Das LGU-Naturgarten-Handbuch hilft dir dabei.

  • Setze dich dafür ein, dass wir genügend naturnahe, strukturreiche und störungsarme Landschaften behalten oder entsprechend aufwerten. Dann finden Tierarten wie Eichhörnchen und Dachs sichere Versteckmöglichkeiten und ein genügend hohes Nahrungsangebot.

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