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Goldschakal in Liechtenstein

Am Montag dem 19. März 2018 ist einem Jagdaufseher im Liechtensteiner Unterland der Erstnachweis eines Goldschakals in Liechtenstein gelungen, wie das Amt für Umwelt über die Medien bekanntmachte.
Goldschakal in Liechtenstein

By Tontan Travel

Der Goldschakal (Canis aureus) gehört zu der Familie der Hunde. Vom Aussehen her ähnelt er dem Wolf (Canis lupus), ist jedoch kleiner und leichter als sein naher Verwandter. Wie die Wölfe, leben auch die Goldschakale im Rudel und bilden Reviere.

Ursprünglich war der Goldschakal in Nordafrika, dem Nahen Osten bis in die Türkei und nach Indien verbreitet. Seit einigen Jahrzehnten weitet die Art ihr Verbereitungsgebiet stetig nach Westen und Norden aus und kommt heute auch in weiten Teilen Mitteleuropas vor. Als Gründe für die Ausbreitung werden Landnutzungs- und Klimaänderungen vermutet. Auch das Fehlen grösserer Beutegreifer wie des Wolfes, erleichtern dem Goldschakal die Ausbreitung. Es wird vermutet, dass der Goldschakal seinen Lebensraum noch weiter ausdehnen wird.

In der Schweiz wurde er erstmals im Jahr 2011 in den Nordwestalpen nachgewiesen. Danach, 2015, in Graubünden und im Jahr 2017 im Linthgebiet im Kanton St. Gallen. Da sich die Art auf natürliche Weise, also ohne Hilfe des Menschen, ausgebreitet hat, gilt sie sowohl in der Schweiz wie auch in Liechtenstein als eine einheimische und geschützte Art - im Gegensatz zu sogenannten Neozoen (eingeschleppte Arten) wie Waschbär oder Seefrosch.

Ähnlich wie der Fuchs, hat der Goldschakal ein breites Nahrungsspektrum und ist auch was seinen Lebensraum betrifft, nicht allzu anspruchsvoll. Normalerweise stehen eher Kleinsäuger auf seinem Speiseplan, jedoch konnte bereits nachgewiesen werden, dass er auch grössere Beute erlegen kann, wie beispielsweise Rehe oder Schafe. Diesem Umstand wurde in der Schweiz bereits Sorge getragen. Schäden an Nutztieren durch den Goldschakal werden entschädigt und das Herdenschutzprogramm des Bundes, welches bei der Umsetzung der Grossraubwildkonzepte eine wichtige Rolle spielt, kommt auch im Falle des Goldschakals zur Anwendung.  

Ob eine flächendeckende Besiedlung des Schakals hier überhaupt möglich ist, bleibt abzuwarten. An kalte Winter mit hohen Schneelagen scheint der Goldschakal beispielsweise nicht optimal angepasst zu sein.

Auch in Liechtenstein wird das Zusammenleben mit Grossraubtieren, wie Luchs, Wolf, Bär oder Goldschakal, möglichst rasch mit einem Managementkonzept zu regeln sein. Da die Reviere von Luchs, Wolf und Goldschakal relativ gross sind und Landesgrenzen überschreiten, wird sich ein liechtensteinisches Konzept sehr eng an diejenigen der Nachbarländer anlehnen müssen. Allfällige Kosten für Präventionsmassnahmen wie Herdenschutz oder die Vergütung von Schäden werden nach der Verordnung zur Verhütung und Vergütung von Schäden durch spezifisch geschützte Tierarten (VVSV) gehandhabt, sobald diese in Kraft tritt. Zuständig für Fragen und Anliegen ist das .

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