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Was sagt die LGU zum City Sprint?

Zweimal Langlauf-Weltcup-Rennen im Vaduzer Städtle? Die LGU wurde von der Regierung, dem Veranstalter LSV und dem Liechtensteiner Volksblatt eingeladen mitzudenken und mitzudiskutieren.

Im Abstand von knapp einer Woche fanden zwei Podiumsdiskussionen zum Thema statt: für den 31. Oktober lud die Regierung sehr kurzfristig dazu ins Kunstmuseum ein und vorgängig hatte das Liechtensteiner Volksblatt zu einer Podiumsdiskussion am 6. November im Schlösslekeller eingeladen. Monika Gstöhl vertrat die LGU bei beiden Anlässen.

Die LGU hatte im Vorfeld der Landtagsdebatte über den Verpflichtungskredit eine Stellungnahme an die Abgeordneten und die Regierung abgegeben.

Gemäss Terminankündigung in den Medien war der Regierung daran gelegen, alle Aspekte eines "Tour de Ski"-Etappenorts in Liechtenstein zu diskutieren, damit sich die Interessierten ein umfassendes Bild im Vorfeld der Volksabstimmung machen können. Allerdings war die Aufmachung der Regierungs-Veranstaltung im Kunstmuseum für die kritischen Stimmen eher gewöhnungsbedürftig, denn hinter dem Podium prangte in grossen Lettern "#WirSindJA" und bereits am Eingang musste man sich wehren, wenn man keinen Stempel mit demselben Slogan im Gesicht tragen wollte. Das Podium war mit mehr Befürwortern als Kritikern besetzt und Marco Büchel erhielt die Gelegenheit einer flammenden, emotionalen Rede für die geplanten Events und ihre TV-Aussenwirkung. So kam auch der den Podiumsteilnehmenden angekündigte Ökologie-Block etwas zu kurz und wurde schnell von ökonomischen Betrachtungen abgelöst.

Die vom Volksblatt organisierte Podiumsdiskussion im Schlössekeller kam dagegen sachlicher daher. Das Podium war ausgewogen besetzt und alle Diskussionsteilnehmenden kamen ausreichend zu Wort.

Der Wille der Veranstalter zur CO2-Kompensation wurde von der LGU von Anfang an gewürdigt, denn es ist keinesfalls selbstverständlich, dass dies freiwillig geschieht. Dennoch konnte die LGU das Ansinnen, das mit auf Umweltkosten gekauftem Winter arbeitet und wirbt, nicht gut heissen.

Es kann nicht (und damit ist explizit der gesamte Wintersport gemeint) umwelt- und klimafreundlich sein, sich den Winter mit viel Wasser- und Energieverbrauch zu erkaufen. Zumal wir einen grossen Anteil daran haben, dass unsere Winter im Schnitt wärmer und weniger schneereich sind und sich dieser Trend noch wesentlich verschärfen wird. In 20 bis 30 Jahren muss unser Treibhausgasausstoss bis fast auf Null reduziert sein. Mit Kompensation kommen wir leider nicht dorthin.

Trotz gegenteiliger Behauptungen werden zudem insbesondere im Rennsport immer noch die höchst giftigen, fluorhaltigen Skiwachse verwendet. Diese sind bis heute frei im Handel erhältlich, obwohl seit Jahren darüber diskutiert wird, zumindest die allergiftigsten der verwendeten Fluor-Kohlenstoff-Verbindungen zu verbieten.

 

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