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Null heisst nicht "ein bisschen",

sondern es heisst, dass bis spätestens 2050 gar keine fossilen Energieträger mehr verwendet werden dürfen. «Null heisst Null!», verdeutlichte Reto Knutti, ETH-Professor für Klimaphysik und Mitverfasser der IPCC-Berichte, in seinem Vortrag am 1. Juni 2021 in Schaan.
Null heisst nicht "ein bisschen",

Klimawandel in den Alpen, (c) Diederich Jonas CC-BY-SA 4.0

Diese Entscheidung habe übrigens nicht die Wissenschaft, sondern die Politik getroffen, betonte Knutti. 195 Staaten, darunter auch die Schweiz und Liechtenstein, haben das Übereinkommen von Paris unterzeichnet und vereinbart, die globale Erwärmung möglichst auf 1.5 Grad oder zumindest deutlich unter 2 Grad zu begrenzen.

Die Wissenschaft liefere «nur» Fakten und Zahlen. Sie habe zudem die Verantwortung, den Menschen dabei zu helfen, die Zahlen und Fakten in den richtigen Zusammenhang zu bringen. Sie könne auch Antworten auf die «was wäre, wenn-Fragen» liefern, indem sie Szenarien berechne.

«Es ist klar, dass der Mensch die dominante Ursache der Klimaveränderungen der letzten 100 Jahre ist.» Und die physikalischen Grundlagen des Treibhauseffektes seien bereits seit über 100 Jahren verstanden, so Knutti. In einem vergleichbaren Zustand sei die Erde zuletzt vor 2 – 3 Mio. Jahren gewesen.

Die Zahlen sprechen für sich: die globale Erwärmung seit vorindustrieller Zeit beträgt heute bereits 1.2 Grad. In der Schweiz und in Liechtenstein ist es bereits knapp 2 Grad wärmer geworden. Wem Zahlen zu abstrakt sind, möge einen Blick auf die Gletscher (fast) vor der Haustüre werfen. Abhängig von unserem Handeln, werden die Konsequenzen in Zukunft erträglich oder tragisch sein.

Denn mit vor allem unliebsamen und gefährlichen Konsequenzen müssen wir vermehrt rechnen, wenn es wärmer wird: Hitze, Trockenheit, Starkniederschläge und weniger Schnee. Ausser zu Überschwemmungen, Rutschungen oder Bränden, wird dies zu weiteren Gefahren für die Gesundheit und einer Abnahme der Arbeitsproduktivität führen. Zudem wird auch bei uns die konstante und flächendeckende Versorgung mit Trinkwasser bei zunehmender Trockenheit und nach dem Verlust der Gletscher künftig schwieriger werden. In unseren auf Gewinn und Wirtschaftswachstum ausgerichteten Gesellschaftssystemen, würde vielem, was in der Zukunft passiert, kein monetärer Wert gegeben und daher zu wenig vorgesorgt.

Klar sei jedenfalls, dass uns der Schutz vor zu starker Klimaerwärmung, die notwendigen Anpassungsmassnahmen an bereits heute nicht mehr vermeidbare Folgen und die Konsequenzen weiterer Erwärmung umso schwieriger und teurer würden, je länger man damit zuwarte, wirksam und konsequent gegenzusteuern.

Diese Probleme hinterlassen wir den nächsten Generationen, denn CO2, das wir heute ausstossen, wird rund 1000 Jahre in der Atmosphäre verbleiben und seine Treibhauswirkung entfalten.

Der Vortrag von Prof. Knutti wurde organisiert von der Solargenossenschaft Liechtenstein in Kooperation mit der LGU, der CIPRA Int. und Jugend Engergy.

Der Vortrag kann unter folgendem Link nachgehört- und gesehen werden: https://www.youtube.com/watch?v=u-IYpmM7KXc

Termine
Rhy-Fäscht 2021 Weitere Informationen folgen... Sonntag 22.August 2021 10:00 - 17:00 Kletterfelsen Balzers
KlimaGespräche - gemeinsam handeln einfach gemacht Das eigene Leben auf einen klimafreundlichen Kurs zu bringen ist nicht einfach, sowohl aus psychologischen und sozialen als auch aus praktischen Gründen. Diese Feststellung veranlasste eine britische Psychotherapeutin und einen Ingenieur, die Methode der KlimaGespräche zu entwickeln, welche inzwischen in vielen Ländern angewandt wird. Sie richtet sich an alle, die persönliche Anstrengungen in Richtung eines CO2-effizienteren Lebensstils machen möchten. Montag 27.September 2021 - Montag 10.Januar 2022
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