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Hoher Fleischkonsum schadet der Umwelt und dem Klima

Die Anbauflächen in der Schweiz reichen schon lange nicht mehr aus, um die Nachfragen nach tierischen Produkten wie Fleisch, Milch, Käse oder Eier zu decken. Für die Ernährung landwirtschaftlicher Nutztiere wird noch einmal so viel Anbaufläche im Ausland beansprucht. Dies geht zu Lasten von Umwelt und Klima, wie Greenpeace kürzlich publizierte.
Hoher Fleischkonsum schadet der Umwelt und dem Klima

Madeline Koithahn, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Fleisch, das die Bezeichnung «Suisse Garantie» trägt, muss zwar aus einem Schweizer oder Liechtensteiner Betrieb stammen, allerding (und leider) beinhaltet «Suisse Garantie» keinerlei Aussagen über die geografische Herkunft der eingesetzten Futtermittel.

Diese Praxis führe Konsumenten in die Irre und verlagere Umweltprobleme ins Ausland, wie Greenpeace kürzlich deutlich machte. Denn lokale Produktion und Vermarktung wecken Vertrauen bei der Kundschaft - auch und gerade beim Fleisch.

Die hohe Produktion von tierischen Produkten verbraucht zu viel Land, zerstört Biodiversität und belastet das Weltklima

Damit die vielen Nutztiere ernährt werden können und genügend Leistung bringen, werden u.a. Kraftfuttermischungen eingesetzt, die häufig aus Südamerika stammendes Sojaschrot enthalten. Soja ist proteinreich und ist eine wichtige direkte Nahrungsquelle für die Menschen der Welt. Doch um 1 kcal Rindfleisch zu produzieren, müssen 7 kcal Protein eingesetzt werden, bei Schweinefleisch sogar 15 kcal. Das sind rund 600g Sojaschrot für ein Kilogramm Schweinefleisch! Für die Fleischproduktion wird also unverhältnismässig viel Energie verschwendet und Land verbraucht. Das resultiert in grossen Umweltproblemen: artenreiche Savannengebiete und Regenwälder werden zerstört.

Auch in anderen Ländern sieht es nicht besser aus. Gemäss neuen Angaben des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland) werden für Fleisch- und Milchprodukte «made in Germany» zusätzlich 11,7 Millionen Hektar landwirtschaftliche Fläche im Ausland belegt. «Tatsächlich ist der Fleischkonsum das größte Problem. Für die Mast von Schwein, Rind und Geflügel werden große Flächen für Futter und Weide benötigt. Spitzenreiter im Flächenverbrauch ist dabei das Rind. Die Rinderzucht nahm 2016 etwa drei Viertel der Fläche für den Futtermittelanbau in Deutschland ein. 

Hinter den Rindern rangieren die Schweine. Allerdings lagen 35 Prozent der Flächen, die für unser Schweinefutter verwendet werden, gar nicht in Deutschland. Der Grund dafür sind die Essgewohnheiten des Schweins: Die Tiere haben einen sehr hohen Proteinbedarf, der größtenteils durch importiertes, eiweißhaltiges Sojaschrot gedeckt wird. Auch Hähnchen werden mit Soja gemästet.»

Wie sieht es in Liechtenstein aus?

Nach Auskunft der VBO (Vereinigung Bäuerlicher Organisationen) und der Homepage des Amtes für Umwelt dominiert in Liechtenstein die Haltung von Rindern die landwirtschaftlichen Nutztierbestände. Diese seien weniger abhängig vom weit entfernt angebauten Sojaprodukten. Erfreulicherweise darf der Kraftfutteranteil bei der Rinderhaltung ab 2022 in den Bio-Betrieben (rund 40% der Liechtensteiner Betriebe produzieren bio-zertifiziert) nur noch 5% betragen. Dieses Kraftfutter muss zudem aus Liechtensteiner oder Schweizer Produktion stammen.

Aber «dank» der hohen Nachfrage nach Fleisch und anderen tierischen Produkten dürfen auch Liechtensteiner Nutztiere zum Teil mit brasilianischem Sojaschrot gefüttert werden und als «Suisse Garantie»-Produkt auf den Tellern landen. Die Schweiz ist der wichtigste Absatzmarkt für Liechtensteiner Landwirtschaftsbetriebe. Deshalb wurde dafür gesorgt, dass auch das Fleisch von Liechtensteiner Tieren unter «Suisse Garantie» oder als schweizerisches Fleisch über die Ladentheke gehen darf, sofern die Bestimmungen des jeweiligen Labels erfüllt sind.

Laut Greenpeace könnten auf Basis von Schweizer Futter in der Schweiz derzeit 94 Prozent der Schafe und Ziegen gehalten werden. Bei den Rindern wären es 85 Prozent, bei den Schweinen nur noch 39 Prozent und beim Geflügel 17 Prozent.

Und die Lösung?

Weniger tierische Produkte konsumieren – eine andere Lösung gibt es derzeit nicht, wenn man die Probleme nicht einfach nur ins Ausland verschieben und das Klima schonen will.

Unsere Tipps

Weniger tierische Produkte konsumieren - das kann im Alltag schwierig sein, denn wir sind "Gewohnheitstiere" und greifen schnell zu Fleisch, Eiern und Käse. Deshalb raten wir dazu klein anzufangen und zum Beispiel drei fleischfreie Tage pro Woche einzuführen sowie am Anfang einen Tag ganz ohne tierische Produkte auszukommen. So kann jede und jeder ausprobieren, welche Köstlichkeiten sich auch ohne Fleisch, Eier und Co zaubern lassen. Zum Beispiel Alleswurst.li bietet Rezepte, die gesund sind und von denen viele ohne Fleisch auskommen.


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