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Auch die Politik ist gefordert, „damit gutes Leben einfacher wird“.

Was kann die Politik dazu beitragen, damit sich die Menschen leichter tun mit einem Lebensstil innerhalb der ökologischen Grenzen? Dieser Frage ging die LGU mit ihrer Veranstaltung am 12. November 2018 im Foyer des Vaduzer Saal nach.

Wachstum lautet das oberste Ziel der Wirtschaft überall auf der Welt - mit der Begründung, dass mehr Wohlstand auch ein besseres Leben verspricht. Dass dem nicht so ist, weiss man schon seit den 1970er Jahren. Die LGU organisierte zum 45. Jahr ihres Wirkens eine abendfüllende Veranstaltung über die Rolle der Politik bei der Förderung von ökologisch verträglichem Leben und Wirtschaften.

Die Referentin, Volkswirtin, Wissenschaftlerin, Autorin, ehem. langjähriges Mitglied des Rats für Nachhaltige Entwicklung und Ehrenvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) Prof. Dr. Angelika Zahrnt hinterfragt dieses Dogma des ungebremsten quantitativen Wirtschaftswachstums in Industrienationen sehr kritisch und fordert ein Umdenken - aus Gründen des Umweltschutzes und einer nachhaltigen Entwicklung.

Sie stellte in ihrem Vortrag ihre Ideen einer Politik der Suffizienz dem interessierten Publikum vor und diskutierte diese anschliessend auf dem Podium mit Vertretern und Vertreterinnen der Regierung, aus Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Zum Medienbericht

Unter dem Titel „Damit gutes Leben einfacher wird – Perspektiven einer Suffizienzpolitik“ machte die Referentin deutlich, dass ökonomisches Wachstum ökologische Grenzen hat. Wirtschaftliche Entwicklung und Umwelt müssen darum immer zusammen gedacht werden. Glücklicherweise habe die Politik mittlerweile mitbekommen, dass der Klimawandel durch den deutlich überschrittenen CO2-Ausstoss vorangetrieben wird und zwingend Massnahmen erforderlich sind, um die schlimmsten Auswirkungen zu verhindern. Darum wurden von der UNO Generalversammlung 17 Ziele (Sustainable Development Goals) formuliert, die eine nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene sichern sollen. Um diese Ziele zu erreichen, sei auch der Konsument in der Pflicht. Die Bemühungen um energieeffizientere Produkte relativieren die Verbraucher nämlich mit ihrem Verhalten. So wird zum Beispiel mit einem sparsameren Auto mehr gefahren und LED-Lampen dienen nicht selten der allabendlichen Festbeleuchtung. Deshalb sei für eine nachhaltige Entwicklung und die Senkung des Treibhausgasausstosses nicht nur eine bessere Effizienz wichtig, sondern Politik und Gesellschaft müssen sich auch mit der Suffizienz, der Frage nach dem richtigen Mass, beschäftigen. Die Politik eines ungebremsten Wirtschaftswachstums und die heutige Konsum- und Wegwerfgesellschaft stehen einer nachhaltigen Entwicklung derzeit im Wege. Im Hinblick auf den sehr schnell voranschreitenden Klimawandel und die zunehmende Verknappung von Ressourcen, ist die Politik gefordert, die notwendigen Grundlagen zu schaffen, die es den Menschen einfacher machen, ein gutes und dennoch nachhaltiges Leben zu führen.

Prof. Angelika Zahrnt präsentierte verschiedene Möglichkeiten für bessere Rahmenbedingungen, auf die von der Politik Einfluss genommen werden kann. So könnte zum Beispiel die Werbung im öffentlichen Raum verringert werden, um nicht ständig der Aufforderung des Kaufens ausgesetzt zu sein, Kindern sollte bereits früh gezeigt werden, dass sie sich nicht über den Konsum definieren müssen und wer umweltfreundlich mobil ist, sollte im Vorteil sein.

Liechtenstein sei zwar Bioweltmeister, SolarSuperState und alle Gemeinden sind als Energiestädte zertifiziert, wie Umweltministerin Dominique Hasler im Rahmen der Podiumsdiskussion aufzeigte, dennoch sei noch reichlich Potenzial vorhanden, um eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben.

Die Teilnehmenden an der Podiumsdiskussion, Umweltministerin Dominique Hasler, die Referentin Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Ursula Finsterwald (Head Group Sustainability Manager der LGT), Christian Frommelt (Politikwissenschaftler und Direktor des Liechtenstein Instituts) und Elias Kindle (Umweltingenieur) beleuchteten das Thema aus ihren jeweiligen Blickwinkeln und Erfahrungen.

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Berge lesen, Berge malen, Berge träumen Eine gemeinsame Veranstaltung des Amtes für Umwelt, der Landesbibliothek, der LGU und der CIPRA International zum Internationalen Tag der Berge und der alpenweiten Initiative «Berge Lesen» der Alpenkonvention. Mittwoch 19.Dezember 2018 16:00 - 17:15
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