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Biber: Störenfriede oder Biodiversitätsförderer?

Im Begleitprogramm zur Ausstellung "Sag mir, wo die Blumen sind" des Kunstvereins Schichtwechsel führte Monika Gstöhl Interessierte zum Schaaner Speckigraben. Denn auch dort sorgen Biber für kontroverse Diskussionen - sogar unter Naturschützern.
Biber: Störenfriede oder Biodiversitätsförderer?

Biber im Schaaner Speckigraben © D. Erni

Die Naturvielfalt ist in Bedrängnis. Das ist nichts neues und mittlerweile ein globales Problem. Liechtenstein bildet da keine Ausnahme. Wo die Lebensraumvielfalt und -qualität abnimmt, Rest-Lebensräume verinseln und Umweltbelastungen zunehmen, verschwinden unsere tierischen und pflanzlichen Mitbewohner. Eine Tierart, die in der Vergangenheit ausgerottet worden war und die heute wieder eine gewichtige Rolle in Gewässerlebensräumen spielt, ist Castor fiber, der Biber.

Als aktiver Lebensraumgestalter kommt er sogar bestens mit künstlichen und strukturarmen Gewässern zurecht. Selbstverständlich verschmäht er auch revitalisierte Gewässerabschnitte, wie beispielsweise am Schaaner Speckigraben, nicht. Dass Menschen bei der Revitalisierung des kanalisierten Baches ein anderes Bild im Kopf hatten und vielleicht sogar ganz bestimmte Arten, wie z.B. den Eisvogel, fördern wollten,  interessiert die Biber nicht. Sie graben ihre Höhlen in die Uferböschung, um ihre Jungen in Sicherheit aufziehen zu können und trüben dabei das Wasser. Die Eisvögel sehen keine Beute mehr und müssen anderswo nach kleinen Fischen suchen.

Solche Fälle sorgen für kontroverse Diskussionen, sogar innerhalb von Naturschutzkreisen. Wo liegen die tatsächlichen Ursachen für auftretende Probleme und wie können wirksame Lösungsansätze aussehen? Müssen wir Menschen abwägen, welches Tier hier die grössere Daseinsberechtigung, resp. den höheren Schutzstatus hat und handeln, indem wir das andere aussperren oder sogar erschiessen? Was wären die Folgen davon? Dürfen Störche Frösche fressen? Darf der Fischotter Krebse fressen? Darf der Hecht einen Jungbiber fressen? Darf eine geschützte Tierart eine ander geschützte Tierart fressen? Und was ist mit den Pflanzen? Diesen Fragenkatalog kann man endlos weiterführen, jedoch wird seine Absurdität sofort deutlich.

Damit Ökosysteme funktionsfähig bleiben und die natürlichen Prozesse ablaufen können, braucht es ausreichend Raum entsprechender Qualität. Da Biber unter anderem immer wieder stehende Abschnitte in Fliessgewässern schaffen, fördern sie die Lebensraumvielfalt und damit auch die Artenvielfalt. Dann profitiert auch der Eisvogel immer wieder von den Biberaktivitäten.

"Sag mir, wo die Blumen sind" ist ein Kooperationsprojekt des Kunstvereins Schichtwechsel mit der LGU und der Kunstschule Liechtenstein.

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