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Klimawandel in den Alpen

Das "Wasserschloss Europas" litt im in diesem Jahr unter der anhaltenden Trockenheit. Im Zuge klimatischer Veränderungen werden sowohl Trockenperioden als auch Starkwetterereignisse die Alpen und ihrer Bewohner häufiger heimsuchen.
Klimawandel in den Alpen

Gletscherwasser im Ötztal

Landwirte müssen in diesem Jahr durch die anhaltende Dürre Ernteeinbussen hinnehmen und suchen nach zukunftsfähigen Bewässerungslösungen. Viele Bäche und Flüsse führten nicht mehr genug Wasser, um die Kulturen zu bewässern, Strom zu produzieren und allen Wasserbewohnern Lebensraum zu bieten. Während auf der einen Seite Gewässer trockenfielen und dadurch alles Leben in ihnen zum Erliegen kam, rauschte zur selben Zeit in den Alpen vermehrt milchig-trübes Gletscherwasser zu Tale und verwandelte sonst zahme Bäche in reissende Flüsse. Mit dem Nachteil, dass von den einst mächtigen, eisigen Wasserspeichern nicht mehr viel übrig bleibt.

Wenn die Prognosen der Experten zutreffen, werden wir im Zuge der klimatischen Veränderungen künftig häufiger mit solchen Dürreperioden konfrontiert sein und die Gletscher werden immer rascher dahinschmelzen.

Vor nur 16 Jahren, ging man noch von anderen Bedingungen aus. In der Publikation "Die Alpen - Das Wasserschloss Europas" von Weingartner und Viviroli, Universität Zürich 2002, heisst es : "Dank gutnachbarlicher Beziehungen, einer effizienten Wasserbewirtschaftung, aber auch dank der fehlenden Abhängikeit von der Bewässerungsslandwirtschaft treten im Rheineinzugsgebiet keine gravierenden Konfliktsituationen auf... Was im Rheineinzugsgebiet freidlich abläuft, sorgt in anderen Regionen für politischen Zündstoff und kann - angesichts der existeniellen Bedeutung des Wassers - sogar in kriegerischen Auseinandersetzungen münden... Angesichts der wachsenden Erdbevölkerung werden solche Krisensituationen zunehmen, denn die Süsswassermengen lassen sich nicht vermehren. Die Bewältigung dieser Kriesen und die gerechte Verteilung des Wassers wird die grosse politische Herausforderung dieses Jahrhunderts darstellen. Es braucht die gemeinsame Anstrengungn aller - miteinander und nicht gegeneinander, wie das heute leider vielfach der Fall ist."  

Wie die CIPRA in ihrem aktuellen Newsletter CIPRA alpMedia 6/2018 berichtet, sank der Pegel des Lago Maggiore "während der Hitzewelle Anfang August täglich um drei Zentimeter, das entspricht einem Verlust von 6 Milliarden Litern in 24 Stunden. Tonnen von Fischen verendeten unterdessen im schweizerischen Abschnitt des Rheins. Dort stiegen die Wassertemperaturen während der ersten beiden Augustwochen teilweise auf über 28 Grad an. Bei höheren Temperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser. Das wurde vor allem Fischarten wie Äschen und Forellen zum Verhängnis, die kaltes Wasser zum Überleben brauchen." 

Heuer hat das Wasser im Alpenraum nicht mehr überall für alle und alles gereicht. Wir gehören zwar nach wie vor zu den Priviligierten der Welt betreffend Süsswasser, aber es wird uns bewusst, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist.

Der grösste Teil der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Das allermeiste davon ist Salzwasser. Weniger als 1 % der weltweiten Wasservorkommen ist als Süsswasser nutzbar. Das nutzbare und für uns lebenswichtige Süsswasser ist eine endliche und sehr kostbare Ressource, mit der wir sehr bewusst und vorsichtig umgehen müssen. 

 

 

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