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Hochwasser zerstört viele Bruten der Flussregenpfeifer am Alpenrhein

Die Interessensgemeinschaft (IG) zur Förderung von Flussuferläufer und Flussregenpfeifer am Alpenrhein, berichtet in ihrer Medienmittelung über die erste Hälfte der ungünstigen Brutsaison 2018.
Hochwasser zerstört viele Bruten der Flussregenpfeifer am Alpenrhein

©Rainer Kühnis

Der Alpenrhein ist schweizweit das wichtigste Brutgebiet für Flussuferläufer und Flussregenpfeifer. Die Lebensbedingungen in diesem vom Menschen stark beeinflussten Lebensraum sind für diese beiden gefährdeten Vogelarten aber alles andere als paradiesisch, wie ein Blick auf die bisherige Brutsaison des Flussregenpfeifers zeigt.

Überregionale Interessengemeinschaft kümmert sich um die beiden Vogelarten

Seit 2017 setzt sich die Interessengemeinschaft (IG) für die Förderung von Flussuferläufer von Flussregenpfeifer am Rhein zwischen Ilanz bzw. Rothenbrunnen und der Illmündung ein. Die IG besteht aus Naturschutzorganisationen aus den Kantonen Graubünden und St. Gallen sowie aus dem Fürstentum Liechtenstein und Vorarlberg.

Ungünstiger Start in die Brutsaison 2018

Die erste Hälfte der diesjährigen Brutsaison verlief sehr ungünstig. Die starke Schneeschmelze liess im April bzw. Mai, unmittelbar nach der Ankunft von Flussregenpfeifer und Flussuferläufer, den Wasserstand des Rheins so stark anschwellen, dass die meisten Kiesbänke und damit der Lebensraum bzw. die Brutplätze der beiden Vogelarten überschwemmt wurden. In den letzten Maitagen wurden die ersten weggeschwemmten Gelege gemeldet. Besonders betroffen waren die Flussregenpfeifer auf der Strecke unterhalb von Landquart.

Ein paar wenige, erfolgreiche Bruten wurden lediglich von nichtüberschwemmten Kiesflächen in Nebengewässern des Rheins gemeldet.

Rheindamm verstärkt die negativen Effekte des Hochwassers für die Natur

Der Rheindamm verstärkt die fatalen Auswirkungen des Hochwassers. Besonders auf dem Abschnitt zwischen Mastrils und der Illmünung in Vorarlberg hat das enge Korsett das Wasser zu einem hohen Wasserstand geführt. Die durch die Stromproduktion der Wasserkraftwerke im Einzugsgebiet ausgelösten grossen Wasserstandsschwankungen erhöhen diese negativen Folgen zusätzlich

Hoffen

Jetzt Ende Juni scheint sich die Situation zu beruhigen. Die meisten Kiesbänke zeigen sich wieder im Flussbett. Die Vögel versuchen nun die Verluste durch eine Zweitbrut wieder gut zu machen. Wichtig ist jetzt, dass die brütenden Vögel nicht durch Fussgänger und Hunde gestört werden. In der Hoffnung auf das Verständnis der Passanten macht die IG mit Hinweistafeln und in Gesprächen auf die heikle Situation aufmerksam.

Wenn bis Ende Juli der Wasserstand des Rheins nicht mehr steigt und keine Störungen an den Brutplätzen auftreten, besteht die Hoffnung, dass im August doch noch ein paar Jungtiere in ihre bis 7000 km entfernten Winterquartiere ziehen bzw. im nächsten Frühjahr in unsere Region zurückkehren können.

Die Interessengemeinschaft für Flussregenpfeifer und Flussuferläufer

Seit 2017 widmet sich die Interessengemeinschaft (IG) zur Förderung von Flussuferläufer und Flussregenpfeifer am Alpenrhein um die beiden Limikolen. Fachliche Unterstützung erhält die IG von BirdLife Schweiz und der Vogelwarte Sempach. Der Projektperimeter erstreckt sich von Ilanz am Vorderrhein, bzw. Rothenbrunnen am Hinterrhein, bis zur Mündung der Ill in den Alpenrhein. In einem Förderungsprojekt werden zwischen 2017 und 2022 zwischen Ilanz bzw. Rothenbrunnen und der Illmündung die Bestände systematisch erhoben. So soll einerseits herausgefunden werden, wo sich die Kernlebensräume der beiden Vogelarten befinden. Andererseits sollen aufgrund der Beobachtungen auch jene Streckenabschnitte eruiert werden, die viel von Menschen genutzt werden und in denen es dadurch zu Konflikten zwischen den Ansprüchen von Vogel und Mensch kommt. Die Massnahmen zielen darauf ab, den Alpenrhein im Sinne eines verträglichen Nebeneinanders als Lebensraum für Flussuferläufer und Flussregenpfeifer zu erhalten und zu verbessern.

Folgende Naturschutzorganisationen haben sich zu dieser IG zusammengefunden:

Ornithologische Arbeitsgruppe Graubünden (OAG), OV Balzers, OV Buchs, Vogelschutz Chur, Naturkundliche Vereinigung Trimmis, Vogelschutz Landquart, Natur Rüthi, Naturschutzgruppe Salez, BirdLife Sarganserland, BirdLife Vorarlberg, OV Liechtenstein Unterland, OV Schaan, OV Triesen.

Flussuferläufer & Flussregenpfeifer

Die ersten Flussregenpfeifer kehren meist pünktlich auf den 20. März aus den Winterquartieren in Afrika in ihre Brutreviere am Alpenrhein zurück. Die Flussuferläufer kommen rund drei Wochen später an. Die Kiesbänke des Alpenrheins sind in der Schweiz wohl der bedeutendste Lebensraum für diese beiden Vogelarten. Sie sind  sehr an diesen Lebensraum angepasst. Hier im schmalen Bereich zwischen Wasser und Land finden Sie ihre Nahrung, die vor allem aus Insekten und deren Larven besteht. Beide Vogelarten sind Offenbrüter, d.h. die Eier werden offen in Mulden im Kies, zwischen Steinen, gelegt. Das Nest des Flussuferläufers wird noch mit Pflanzenteilen ausgestattet. Beide Vögel sind sowohl aufgrund ihrer Färbung als auch aufgrund ihres Verhaltens schwierig auszumachen. Manchmal sind sie nur anhand ihrer Rufe oder der hastigen Bewegungen zu lokalisieren. In der Schweiz sind beide Vogelarten auf der Roten Liste und gelten als stark gefährdet.

 

Zur Medienmitteilung

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