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Stellungnahme zur Anpassung "Konzept Liniennetz und Fahrplan 2013/2014" der LieMobil

Das Konzept richtet sich aus Sicht der LGU zu einseitig an den Bedürfnissen des Berufsverkehrs aus. Es stellt bereits an allen Tagen um 19.30 Uhr auf die Randzeit um, also auf den Takt mit dem geringsten Angebot.

Die Randzeit sollte jedoch später beginnen, damit zumindest direkt im Anschluss an die Arbeit noch erste, früh stattfindende Freizeitaktivitäten (Sport, Vereinsaktivitäten, Veranstaltungen) mit einem Takt wie in der Nebenverkehrszeit oder am  Wochenende möglich sind. Es gehört zu den Grundaufgaben eines Staates, auch jenen Bevölkerungsgruppen abends eine gute Erreichbarkeit zu ermöglichen, die über kein Auto verfügen.

Dass dies aktuell nicht gegeben ist, stellt die Studie „Verkehrsplanung Feldkirch Süd - Untersuchung Varianten 0+“ mehrfach fest, unter anderem auf Seite 37, wo sie auf die Verteilungsgerechtigkeit eingeht: „Derzeit ist sowohl in Feldkirch als auch in Liechtenstein das Verkehrssystem für den KFZ-Verkehr sehr gut ausgebaut. In den Spitzenstunden kommt es durch die grosse Verkehrsnachfrage punktuell zu KFZ-Stau. Für Personen, die über ein KFZ verfügen, besteht trotzdem eine sehr gute Qualität der Erreichbarkeit. Für jene Personen, die über kein KFZ verfügen, besteht (abhängig von der Lage) eine mittlere Qualität der Erreichbarkeit (Buslinienangebot, Fussgängerverkehr, Radverkehrsnetz). Im Hinblick auf die Verteilungsgerechtigkeit der Erreichbarkeit und der Mobilitätkosten besteht derzeit ein Ungleichgewicht zwischen jenen Bevölkerungsgruppen, die über ein KFZ verfügen, und jenen, für die dies nicht zutrifft.“ 

Die in der Studie im Jahr 2009 festgestellte mittlere Erreichbarkeit wird durch die vorgeschlagenen frühen Randzeiten für die Menschen schlechter, die über kein Auto verfügen und somit  umweltfreundlich unterwegs sind. Dies trifft insbesondere junge Erwachsene, behinderte Menschen, sozial schwach gestellte Familien und ältere Personen. Die LGU schlägt deshalb vor, die Randzeiten ein bis zwei Stunden später beginnen zu lassen. Dies im Bewusstsein, dass das auch zu höheren Kosten führt. Sparmassnahmen sind auch aus Sicht der LGU notwendig. Sie sollten jedoch bevorzugt bei dem Verkehrssystem ansetzen, das bereits sehr gut ausgebaut ist, und nur eingeschränkt dort, wo Nachholbedarf besteht.

Hier finden Sie die Stellungnahme als PDF-Datei

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