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Mehr Naturschutz in der Landwirtschaft!

Die Landwirtschaft ist eine hochsubventionierte Branche. Sie erbringt wertvolle Dienstleistungen im Natur- und Landschaftsschutz. Die LGU hat zum neuen Landwirtschaftsgesetz Stellung genommen.

Jährlich gehen in Liechtenstein rund 20 Hektaren Landwirtschaftsfläche verloren. Der Strukturwandel von vielen kleinen und mittleren Betrieben hin zu Grossbetrieben ist in vollem Gange. Nicht nur die landwirtschaftliche Nutzfläche, auch die naturnahen Lebensräume im Landwirtschaftsgebiet stehen unter Druck. 24 Prozent aller Gefässpflanzen, 40 Prozent aller Brutvogelarten und zwei Drittel aller Amphibien und Reptilien sind vom Aussterben bedroht oder gefährdet.

Fördern und fordern

Landwirtschaftsflächen haben vielfältige Aufgaben. Neben der landwirtschaftlichen Produktion dienen sie vor allem auch als Lebensraum für Pflanzen und Tiere und als Erholungsraum für die Menschen. Die hohen Subventionen und Direktzahlungen für diese Branche sind nur dann gerechtfertigt, wenn sie mit dem gemeinnützigen Auftrag für die Pflege der Landschaft und die Erhaltung der natürlichen Artenvielfalt verbunden sind. Wir fordern den Staat auf, die Landwirte in ihrer Arbeit für den Natur- und Landschaftsschutz vermehrt zu unterstützen – sprich, diese Leistung zu verlangen und gebührend abzugelten– und die Ziele der Landwirtschaft mit den Zielen des Naturschutzes zu koordinieren.

Strukturvielfalt erhalten

Die Interpellationsbeantwortung der Regierung zeigt deutlich: Die Anzahl der ökologischen Ausgleichsflächen stagniert trotz finanzieller Förderung gemäss Abgeltungsgesetz. Der Trend zu immer intensiver genutzten Monokulturen soll nun noch forciert werden. Und dies, ohne auch im Bereich des Naturschutzes neue Anreize zu setzen. Der ökologische Abwärtstrend ist damit eingeleitet. Die LGU spricht sich deshalb dezidiert gegen die Förderung von Flächenzusammenlegungen im Talgebiet, aber auch gegen die verschärften Anerkennungsbedingungen für kleine Betriebe aus. Kleine Betriebe und kleinstrukturierte Produktionsformen gewährleisten nicht nur die Vielfalt landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Sie ermöglichen vor allem auch extensiv genutzte Grenzstrukturen wie Ackerrandstreifen, Trockengräben oder Hecken. Eine zusätzliche Intensivierung der Landwirtschaft würde das Verschwinden solcher Lebensräume fördern und die „Ausräumung“ der Landschaft vorantreiben.

Mehr Qualität im ökologischen Ausgleich

Konkret fordern wir, dass die Anforderungen für den ökologischen Leistungsnachweis heraufgesetzt werden. Wollen wir den ökologischen Abwärtstrend aufhalten, müssen statt wie bisher 7 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche mindestens 15 Prozent extensiv bewirtschaftet werden. Aber nicht nur die Menge der extensiv genutzten Standorte muss erhöht werden: Die ökologischen Ausgleichsflächen müssen qualitativ verbessert und vor allem besser vernetzt werden. Dies gewährleistet am besten eine Ökoqualitätsverordnung nach Schweizer Vorbild.

 

Forumbeitrag in Liechtensteiner Volksblatt und Vaterland vom 11. März 2008.


Den Vernehmlassungsbericht zum Landwirtschaftsgesetz und die ausführliche LGU-Stellungnahme zum Gesetzesentwurf finden Sie hier.

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