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Landesrichtplan ohne Aussagekraft

Die LGU nimmt Stellung zum Landesrichtplan. Er erfüllt seine Aufgabe nicht. Wir fordern die Regierung auf, den hohen Bodenverbrauch von über 500 Quadratmetern pro Tag zu stoppen und innovative Wege zu beschreiten.

Die räumlichen Nutzungsansprüche sind vielfältig und vital, die Wachstumsszenarien in Liechtenstein sprechen eine deutliche Sprache: Natur und Landschaft, aber auch die Landwirtschaft werden das Nachsehen haben, wenn die Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung wie bis anhin fortschreitet. Ein zeitgemässer Richtplan dient in erster Linie der Koordination, indem er die Ziele der räumlichen Entwicklung festschreibt, Nutzungskonflikte und Probleme klar definiert und zukünftige Handlungsfelder und Massnahmen aufzeigt, die zur Lösung der anstehenden Probleme führen.

Raumordnungspolitik vernachlässigt

Die vorliegende Landesrichtplan erfüllt diese Aufgabe nicht, er kann allenfalls als Flächenfreihaltungsinstrument für Infrastrukturprojekte zurate gezogen werden, nicht aber als Führungsinstrument zu den wichtigen Fragen der räumlichen Entwicklung. Sowohl der Entstehungsprozess wie auch das Resultat widerspiegeln einen konservativen territorialen Zugang zum Raum und den raumrelevanten Prozessen. Eine zeitgemässe Auseinandersetzung mit der räumlichen Entwicklung berücksichtigt die zunehmende Vernetzung der Lebenszusammenhänge der Bevölkerung. Letztere überragen die Planungseinheiten „Gemeinde“ oder „Liechtenstein“ bei Weitem. Die Mobilität spielt für die Raumdynamik eine zentrale Rolle. Wir vermissen im vorliegenden Landesrichtplan Ansätze von Vision, Innovation und überregionaler Koordination. Wir vermissen zudem die zentrale Erkenntnis, dass die räumliche Entwicklung Resultat einer Raumordnungspolitik ist, welche mit allen anderen Politikbereichen abgestimmt ist.

Fazit: konzeptlos und unausgereift

Der Richtplan in der vorliegenden Form ist - trotz vieler optimistisch formulierter Ziele - konzeptlos, unausgereift und wenig aussagekräftig. Wir können ihn der Regierung nicht zur Genehmigung respektive dem Landtag nicht zur Kenntnisnahme empfehlen. Obwohl wir grundsätzlich die Etablierung dieses wichtigen raumplanerischen Instrumentes begrüssen, sind wir der Meinung, dass der vorliegende Landesrichtplan keinen Beitrag zu einer nachhaltigen Raumentwicklung darstellt. Im Gegenteil, wir befürchten, dass mit ihm die vielen unausgereiften Infrastrukturprojekte legitimiert werden und dass die Phase der Koordination vernachlässigt wird.

Wir fordern die Regierung dringend auf, den derzeit hohen Bodenverbrauch von über 500 Quadratmetern pro Tag zu stoppen und innovative Wege zu beschreiten. Wir schlagen die Lancierung eines offenen Beteiligungsprozesses vor für ein Leitbild zur räumlichen Entwicklung und gemeinde- und grenzübergreifenden Kooperation.

 

 


In der ausführlichen Stellungnahme begründen wir diese Kritik:
LGU-Stellungnahme zum Landesrichtplan vom 29. September 2006

 

Vernehmlassungsunterlagen:
Richtplanbericht Langversion (pdf, 2.2 MB)
Kurzbericht (0.2 MB)
Gesamtplan (jpg; 3.5 MB)

Warum nicht von den Nachbarn lernen?
Raumentwicklung im Vorarlberger Rheintal

Was sind Flächennutzungszertifikate?
Informationsbroschüre FNZ Pro Natura Schweiz (pdf; 0.3 MB)

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