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Rheinaufweitungen gemeinsam denken

Das Interesse an Rheinaufweitungen ist gross, wie die rege Teilnahme an der online Veranstaltung der LGU und ihrer Partnerorganisationen am Welttag der Feuchtgebiete zeigte. Damit ein so wichtiges und zukunftsweisendes Projekt tatsächlich gelingen kann, braucht es einen breiten Konsens.

Die Veranstaltung wurde von der LGU, der Werkstatt Faire Zukunft WFZ, der Botanisch-Zoologischen Gesellschaft Liechtenstein-Sarganserland-Werdenberg BZG und dem Liechtensteinischen Ornithologischen Landesverband LOV zum Welttag der Feuchtgebiete organisiert. «Feuchtgebiete und Wasser» lautete das Motto 2021, worüber die LGU bereits berichtete.

Fast 70 Interessierte nahmen an der online Veranstaltung teil. Die Inputs von LGU-Geschäftsführer Elias Kindle, von WFZ-Geschäftsführer Andi Götz und dem Schweizer Flussbaupionier Christian Göldi luden zu einer regen Diskussion im Anschluss ein.

Aufgrund seines stark eingeengten Flusslaufs bietet der kanalisierte Alpenrhein heute keinen geeigneten Lebensraum mehr für die vielen Tier und Pflanzenarten, die den einst so vielfältigen Lebensraum besiedelten. So bot der Alpenrhein einmal Lebensraum für rund 30 verschiedene Fischarten. Heute sind es nur noch 17 Arten, wovon sich allerdings nur 6 Arten selbst am Leben erhalten können.

Zusätzlich zur heutigen Monotonie des Gewässerraums, leiden alle Alpenrhein-Bewohner an den häufigen Sunk-Schwall-Ereignisse aus den Kraftwerksbetrieben. Die ständigen Ebbe-Flut-Ereignisse «verkleben» die Gewässersohle und beeinträchtigen sowohl den Austausch zwischen Grund- und Oberflächenwasser als auch diejenigen Organismen, die in der Sohle für die Wasserreinigung zuständig sind. Doch bis zum Jahr 2030 sollen in der Schweiz die schädlichen Sunk-Schwall-Auswirkungen weitgehend behoben sein, wie das Schweizer Gewässerschutzrecht vorsieht.

Rheinaufweitungen haben viele Vorteile, weshalb sie auch im Liechtensteiner Gewässerschutzrecht verankert sind:

  • Rheinaufweitungen wirken der schwindenden Biodiversität entgegen, denn funktionierende Feuchtlebensräume gehören zu den artenreichsten Ökosystemen. Zahlreiche heimische Tier- und Pflanzenarten würden profitieren.
  • Rheinaufweitungen in Kombination mit den geplanten Sunk-Schwall-Sanierungen verbessern den Austausch zwischen Grund- und Oberflächenwasser und können die Wasserqualität verbessern. Die Menschen im Rheintal sind auf ausreichend Grundwasser guter Qualität angewiesen.
  • Rheinaufweitungen verbessern deutlich die Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten in der immer dichter besiedelten Tallandschaft. Naturnahe Flusslandschaften sind bei Erholungssuchenden äusserst beliebt, wie man beispielsweise beim Balzner Kletterfelsen oder an den revitalisierten Abschnitten der Binnenkanäle auf beiden Rheinseiten beobachten und erleben kann.

Verständlicherweise gibt es neben zahlreichen Befürwortern auch kritische und vorsichtige Stimmen, wenn von Rheinaufweitungen die Rede ist: Wie viel Land würde «verloren» gehen? Wie sieht es mit einer Nutzung der Wasserkraft zur Energiegewinnung aus? Steht den Kosten auch genügend Nutzen gegenüber? Drohen uns Mückenplagen?....

Den veranstaltenden Organisationen scheint es umso wichtiger, dass Rheinaufweitungen breit diskutiert und unter Einbezug von Betroffenen und Interessierten präzisiert und geplant werden.

Zur Aufzeichnung der Veranstaltung 

Medienecho

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