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Flüchtiger Ammoniak düngt Magerwiesen und Waldböden

Auch weit entfernt vom eigentlichen Ort der landwirtschaftlichen Düngung verändert der hohe Luftstickstoffgehalt ganze Ökosysteme. So wurden über einem Flachmoor bei Altstätten neunmal höhere Ammoniak-Konzentrationen gemessen als verträglich wären.

Wie in der NZZ am Sonntag vom 17. November 2019, S. 51, berichtet, leiden selbst abgelegene Naturschutzgebiete am hohen Düngereintrag aus der Luft. In der Folge werden Pflanzen, die auf magere Standorte angewiesen sind, durch düngerliebende Arten verdrängt. Mit ihren Wirts- und Nahrungspflanzen verlieren auch die Bestäuber wie Schmetterlinge oder Wildbienen ihre Lebensräume.

Es ist davon auszugehen, dass Liechtenstein genauso betroffen ist, wie die angrenzende Ostschweiz, wo die Luftmessungen gemacht wurden. Dabei ist das Problem nicht neu, sondern grundsätzlich altbekannt. Dass die Luftmessungen allerdings so hohe Ammoniakwerte fernab des Ausbringungsortes ergaben, ist definitiv Grund zur Sorge. Die natürliche Vielfalt ist eine der essentiellen Lebensgrundlagen für uns Menschen.

Es werden viel zu viele tierische Produkte konsumiert und daher wesentlich mehr Tiere in der Landwirtschaft gehalten, als unsere Ökosysteme vertragen. Dieses heisse Eisen würde aber von der Politik nur sehr zögerlich angefasst, wie es im Artikel von Atlant Bieri heisst.

Die Ausbringung von Gülle mit sogenannten Schleppschläuchen würde die Luftverfrachtung von flüchtigen Stickstoffverbindungen bereits reduzieren. Allerdings werden in der Schweiz bis heute leider nur rund 45 % der Gülle so ausgebracht. Entsprechende Anreize waren wohl zu gering und auch in Liechenstein fliegt die Gülle noch viel zu häufig in hohem Bogen auf die Wiesen.

 

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