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Die Zukunft der Gewässerbiotope Heilos-Säga in Triesen

Die stehenden Wasserflächen im Gebiet Heilos-Säga in Triesen sind primär wichtige Retentionsräume und Sammleranlagen. Im Falle eines Naturereignisses müssen die Dämme halten und Menschen sowie Infrastrukturen schützen. Immer wieder finden Biber ihren Weg in die attraktiven Biotope und gefährden durch ihre Grabtätigkeit über über kurz oder lang die Stabilität der Dämme. Derzeit arbeiten Experten an Lösungen, welche zuerst dem Bevölkerungsschutz, aber auch dem Schutz von Naturwerten Rechnung tragen sollen. Die LGU begleitet diesen Prozess und setzt sich für ausreichende Wiederherstellungs- und Ersatzmassnahmen ein.

Auch wenn er bei uns über lange Zeit nicht mehr vorkam, weil er ausgerottet worden war, ist der Biber dennoch eine einheimische Tierart. Bei seiner Wiedereinwanderung traf er auf eine vom Menschen komplett genutzte Kulturlandschaft. Die meisten Konflikte ergeben sich bei uns mit den Belangen des Bevölkerungsschutzes und mit der Landwirtschaft.

Aufgrund seiner Lage, weist Liechtenstein eine hohe Dichte an Rüfen, den dazugehörigen Sammleranlagen und anderen Retentionsräumen auf. Diese Anlagen dienen dazu, die Bevölkerung und ihre Infrastrukturen zu schützen. Da künftig mit häufigeren und heftigeren Starkwetterereignissen gerechnet werden muss, ist es umso wichtiger, dass der Rückhalt von Wasser, Schlamm und festem Material wie Steine und Holz sicher gewährleistet ist. Aus Gründen der Biodiversitätsförderung und des Naturschutzes wurden die Sammleranlagen naturnah gestaltet und stellen wertvolle Lebensräume für zahlreiche (auch seltene und geschützte) Tier- und Pflanzenarten dar. Das mittlere Weiher-Biotop ist sogar als Naturschutzgebiet Heilos per Verordnung (eigentlich) streng geschützt. Nach Artikel 3 dieser Verordnung ist das Naturschutzgebiet im heutigen Zustand zu belassen. Sämtliche Massnahmen, die zu seiner Veränderung führen, sind verboten und es dürfen u.a. keine freilebenden Tiere beunruhigt, gefangen oder gar getötet werden. Da die Belange des Bevölkerungsschutzes im Falle einer Interessensabwägung höher zu Gewichten sind, als der Schutz von Natur und Landschaft und Massnahmen auch immer eine ökonomische Komponente haben, bleiben die Schutzziele der Biotope auf der Strecke.

Auch der Biber hat schon vor einer Weile die schönen Lebensräume für sich entdeckt. Aus seiner Sicht bieten die Anlagen beste Voraussetzung für die Bildung eines Biberreviers und die Aufzucht von Nachwuchs: üppige Vegetation mit genügend Weichhölzern für den Winter, einen gut und einfach regulierbaren Wasserstand und schöne Dämme für seine Wohn- und Schutzhöhlen. Leider arbeitet er hier mit vollem Einsatz gegen die Belange des Bevölkerungsschutzes, der aus Sicherheitsgründen keine unterminierten Dämme, verstopfte Auslaufbauwerke oder grösseren Holzeintrag ins Gewässer toleriert.

Im Gebiet Heilos-Säga in Triesen spitzt sich die Problematik zu. Immer wieder mussten Biber aus dem Gebiet entfernt und getötet werden, was gleichzeitig das potentielle Revier für neue Zuwanderung attraktiv macht. Da Biber grundsätzlich nicht im Freien übernachten und immer sofort mit ihrer Grabtätigkeit beginnen, kann die Funktionalität der Sammleranlagen - und damit die Sicherheit - nicht mehr gewährleistet werden.

Der sicherste und schonendste Weg (für Natur und Bevölkerungsschutz) aus diesem Konflikt ist es, das Gebiet so umzugestalten, dass es für Biber unattraktiv wird und dennoch einen wertvollen und dynamischen Naturlebensraum bietet. An einer Planung wie dies aussehen könnte, arbeiten derzeit verschiedene Experten.

Nicht zu verhindern ist, dass ein besonderer und wertvoller Gewässerlebensraum verloren gehen wird. Die LGU konnte aber sicherstellen, dass dieser Lebensraum vor der Veränderung fachkundig bewertet wird. Somit wird transparent und nachvollziehbar, wie ausreichende Wiederherstellungs- und Ersatzmassnahmen aussehen könnten und ob diese geleistet werden.

Medienbericht (Liechtensteiner Vaterland, 11.11.2016)

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