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Die Feldlerche – Vogel des Jahres 2022

Noch vor einigen Jahrzenten kündigten Feldlerchen die wärmere Jahreszeit an, indem sie sich über Äckern und Wiesen spiralförmig hoch in die Luft «schraubten», trillerten und jubilierten. Seither ist sie beinahe gänzlich aus Liechtenstein verschwunden und nur noch ältere Generationen erinnern sich an die stimmgewaltigen Frühlingsboten.
Die Feldlerche – Vogel des Jahres 2022

(c) Kathy Büscher, NABU

Dabei sind Feldlerchen eigentlich bestens angepasst an das Leben im vom Menschen geprägten Kulturland: Bereits im April beginnen sie mit der Brut und brüten ihre Eier in 12 Tagen aus. Die Nestlinge verlassen schon nach weiteren 7 bis 12 Tagen das Nest. Das ist die kürzeste Nestlingszeit unter den heimischen Singvögeln.

Leider reicht ihre Anpassung in der heute wesentlich intensiveren Landwirtschaft nicht mehr aus. So ist die Feldlerche heute in Liechtenstein vom Aussterben bedroht, denn es gibt nur noch sehr sporadische Bruten im Ruggeller Riet. Dabei war sie bis in die 1980er Jahre zumindest nördlich von Schaan noch weit verbreitet.

Offenes und vielfältiges Kulturland mit gut verzahnten Magerweiden, Äckern und Wiesen bilden den Lebensraum der Feldlerche. Die Förderung von Saumbiotopen, Randstreifen, Kulturenvielfalt und sogenannte «Lerchenfenster» in Ackerkulturen können der Feldlerche helfen (Quelle: Brutvogelatlas 2019, Georg Willi, Naturkundliche Forschung im Fürstentum Liechtenstein, Band 31).

LandwirtInnen, die Feldlerchen helfen möchten, finden hier Informationen.

Die LGU hat im Jahr 2019 eine Potenzialanalyse zu den Lebensräumen für Feldlerchen im Fürstentum Liechtenstein in Auftrag gegeben. Dankenswerterweise wurde die Finanzierung der Studie finanziell vom Land Liechtenstein getragen. Der Autor der Studie, der Ornithologe Georg Willi, zeigte darin auf, dass in Liechtenstein nur noch sehr beschränkt Lebensraum für Feldlerchen geschaffen werden könnte. Mehr…

Aus gutem Grund also wählte Birdlife Schweiz die Feldlerche zum Vogel des Jahres 2022 und präzisiert: «Als Stellvertreter für den Niedergang vieler Arten des Kulturlandes, steht sie für eine dringend nötige Neuausrichtung der Agrarpolitik.»

Die LGU ist derzeit dabei mit zielverwandten Organisationen wie dem Liechtensteiner Ornithologischen Landesverband LOV weitere Abklärungen zu treffen, um wieder Brutlebensräume für Feldlerchen zu schaffen.

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