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Ökologische Infrastruktur – was ist das?

Wer assoziiert nicht zuerst etwas Technisches mit dem Begriff «Infrastruktur»? Denkst auch du dabei zuerst an Eisenbahnschienen, Brücken, Strassen, Gebäude oder Leitungen?
Ökologische Infrastruktur – was ist das?

Von Richard Bartz, Munich aka Makro Freak Image:MFB.jpg - cropped version of Image:European_Common_Frog_Rana_temporaria.jpg, CC BY-SA 2.5,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4621043

Auch bei der ökologischen Infrastruktur geht es um Einrichtungen zum Wohnen und für die Fortbewegung – sowohl für den Alltag als auch für besondere Anlässe. Halt nicht für uns Menschen, sondern für Tiere, Pflanzen oder Pilze.

Der Grasfrosch zum Beispiel sucht zur Paarungs- und Laichzeit gern immer wieder denselben Tümpel auf, in dem er seine Kaulquappen-Kinderzeit verbracht hat. Nach dieser Zeit begibt er sich in sein Sommerquartier, zieht sich von dort für die Kältestarre in sein Winterquartier zurück, um sich nach dem Aufwachen wieder zum Lieblingstümpel zu begeben.

Zur Grasfrosch-Infrastruktur gehören also

  • Tümpel,
  • Sommerlebensräume wie Wiesen, lichte Wälder, Saumbiotope oder Moore
  • Winterquartiere in Form von sicheren, frostfreien und genügend feuchten Unterschlüpfen   und
  • alle Wegstrecken dazwischen.

Selbstverständlich wird bei Grasfroschens auch Wert auf Qualität gelegt. Das Wasser im Tümpel soll nicht zu warm, nicht zu kalt und zudem sauber sein, der Sommerlebensraum muss genügend Nahrung und wohltemperierte Verstecke enthalten, das Winterquartier darf weder zu trocken noch zu kalt sein (Frosch will nämlich nicht erfrieren) und die Wege müssen ebenfalls gewisse Sicherheitsaspekte gewährleisten.

Ein Gartenschläfer dagegen braucht andere Infrastrukturelemente, damit er überleben kann und die Feldlerche, die Bachforelle oder die Sumpf-Gladiole brauchen wieder andere.  

So könnten wir fast endlos weitermachen, denn jede Art hat ihre Lebensweise und braucht entsprechende und vernetzte Naturräumlichkeiten. Zum besseren Verständnis empfehlen wir dieses kleine Video.

Durch unsere gebauten Infrastrukturen verschwinden natürliche Lebenräume und es entstehen unüberwindliche Barrieren. Wenn wir also unseren natürlichen Mitbewohnern Überlebenschancen einräumen wollen, müssen ökologische Infrastrukturen einen entsprechend hohen Stellenwert erhalten. Denn sie sind für den Erhalt und die Förderung von Biodiversität wichtig und notwendig.

Alles klar? Die LGU setzt sich seit bald 50 Jahren für den Erhalt von Lebensräumen und ihre Vernetzung und damit für wichtige und wirksame Massnahmen zur Förderung von Biodiversität ein.

Termine
Bitte Termin reservieren: Goldruteneinsatz im Ruggeller Riet Aufruf an aktive Vereinsmitglieder, Helferinnen und Helfer der LGU beim vereinsübergreifenden Goldruteneinsatz für die Biodiversität im Ruggeller Riet. Samstag 18.Juni 2022 07:45 - 12:00 Naturschutzgebiet Ruggeller Riet; Treffpunkt: Vereinshaus des Fischereivereins, Industriestrasse 49, Ruggell
Veranstaltungshinweis: Live-Übertragung aus der Fledermaus-Wochenstube der Pfarrkirche Triesen Ein Kamerateam macht über eine Grossleinwand vor der Kirche das geheime Leben der nächtlichen Jäger für Interessierte sichtbar. Experten-Referate ergänzen dieses besondere Erlebnis. Samstag 25.Juni 2022 20:00 - 22:30 Pfarrkirche Triesen
Internationale Batnight 2022 Die Liechtensteinische Arbeitsgruppe Fledermausschutz lädt gemeinsam mit dem Verein Fledermausschutz St. Gallen-Appenzell-Liechtenstein, der LGU und der BZG zur Internationalen Batnight nach Vaduz ein. Samstag 13.August 2022 19:30 - 21:15 Pfarrkirche Vaduz/Vorhalle zur Fürstlichen Gruft
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