Tentscha-Bannriet: Lebensraum für bedrohte Arten

Wir haben im Laufe des Jahres 2025 im Gebiet verschiedene Massnahmen umgesetzt, um unterschiedliche Zielarten zu fördern.

Verbesserte Wandermöglichkeiten und neue Tümpel für Amphibien

Wir haben an sechs Stellen, die sehr steilen und für Kleintiere unpassierbaren Entwässerungsgräben abgeflacht. Dadurch wird nicht nur eine sichere Querung ermöglicht, sondern auch die Wasserlebensräume im Gebiet besser vernetzt und der Wanderkorridor zwischen Rhein und Binnenkanal verbessert. Ergänzend dazu wurden zusätzliche Lebensräume geschaffen, indem insgesamt sieben neue Tümpel angelegt bzw. bestehende, nicht mehr funktionsfähige Tümpel reaktiviert wurden. Aus Baumstämmen wurden elf sog. „Unkenwannen“ gebaut und in der Erde versenkt. Sie dienen als temporäre Tümpel aus natürlichem Material. Die Massnahmen wurden auf die stark gefährdete Gelbbauchunke ausgelegt, die für die Ablage ihres Laichs sowie für die Larvenentwicklung flache und temporäre Wasserstellen benötigt.

Aufwertung der Hecken und Feldgehölze

Viele Hecken und Windschutzstreifen im Gebiet bestehen vor allem aus absterbenden Grau-Erlen. Um die Gehölzstrukturen langfristig zu erhalten und die Biodiversität zu erhöhen, haben wir viele neue standortgerechten Sträucher und Bäume gepflanzt. Zudem wurden etliche Totholzhaufen gebaut, die als Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten für die unterschiedlichsten Tiere dienen. Vom Wiesel, zu verschiedenen Amphibien, oder der bedrohten Zauneidechse.

 

Umwandlung eines Brennnessel- Goldrutenfeldes in Streuewiese

Streuewiesen sind besonders wertvoll, da sie zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft gehören. Die Vielfalt an Pflanzen schafft einen Lebensraum für zahlreiche Insekten, darunter seltene Schmetterlinge, Wildbienen und Heuschrecken.

Wir haben zwei Parzellen gefunden, die aufgrund mangelnder Pflege leider fast vollständig aus Goldrute und Brennnessel bestanden. Ab April wurden die Flächen mehrfach gepflügt und geeggt, um die vorhandene Vegetation vollständig zurückzudrängen. Danach erfolgte im August und Oktober eine Mahdgutübertragung von artenreichen Pfeifengras- und Seggenwiesen der umliegenden Spenderflächen. Die kommenden Jahre sind zusammen mit konsequenten Pflegemassnahmen entscheidend für die erfolgreiche Etablierung der neuen Streuefläche und damit zur Förderung der Biodiversität und zur langfristigen Aufwertung des Gebietes.

Mähen einer Spenderfläche früh am Morgen
Abgschlossene Mahdgutübertragung auf den neu angelegten Streuewiesen.

Danke!

Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden neben der LGU Geschäftsstelle. Martin Stieger (GEO-Stieger GmbH), Michael Beck vom Landesforstbetrieb sowie sein Team, Georg Oehri (Landwirt), Bruno Wohlwend (Baggerarbeiten), Jürgen Kühnis (Amphibien- und Reptilienspezialist), Andreas Bosshard (HoloSem - Saatgut & Begrünungen), Patrick Marxer (Werkhof Mauren) und Rudolf Staub (Renat AG).

Gemeinsam leisten wir einen hervorragenden Beitrag zur Erhalt und Förderung unserer einzigartigen Natur!

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