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Radio SRF berichtet über Liechtensteiner Biberkonzept

Der Sender zeigt sich erfreut, dass Biber nun auch in Liechtenstein geschützt seien. Saubere Recherche und verantwortungsvolle Berichterstattung sieht anders aus, findet die LGU.
Radio SRF berichtet über Liechtensteiner Biberkonzept

© Daniel Erni

Seit Januar 2018 ist das Liechtensteiner Biberkonzept in Kraft. Warum sich Radio SRF nun, Anfang März, dafür interessiert, bleibt unklar.

Zu verdanken sei das gute Biberkonzept der Kritik des WWF:  "In den letzten Jahren wurden im Fürstentum Liechtenstein zwei Dutzend Biber abgeschossen. Der WWF St. Gallen-Appenzell kritisierte dies scharf. Nun lenkt die Liechtensteiner Regierung ein und legt erstmals ein Biber-Konzept vor.", berichtet das Schweizer Radio SRF am 9. März 2018 auf seiner Homepage , wo auch die kurze Sendung nachgehört werden kann.

Scheinbar waren die Medienverantwortlichen in diesem Fall nicht an den tatsächlichen Fakten und Hintergründen interessiert, sondern wollten wohl den Erfolg dem WWF zuschreiben.

Künftig dürfe man Biber in Liechtenstein nur noch dann abschiessen, wenn es gar nicht mehr anders geht, wenn er zum Beispiel Staudämme durchlöchere und somit Überschwemmungen drohen, die für Bewohner von Haus und Hof gefährlich werden könnten, berichtet Radio SRF in der Sendung.

In zahlreichen Gesprächen und Verhandlungen mit den Verantwortlichen der Ämter, hatte sich die LGU von Anfang an für eine möglichst rasche Sicherung der Hochwasserschutzanlagen gegen Biberschäden ausgesprochen. Als im Februar/März 2017 per Verfügung die Balzner Talgewässer biberfrei gehalten werden sollten, um die Einwanderungswahrscheinlichkeit in Triesener Hochwasserschutzanlagen zu senken, wurden in Liechtenstein zum ersten Mal Biber ausserhalb von Hochwasserschutzanlagen getötet. In der Folge wurden sowohl LGU, als auch WWF und Pro Natura laut.

Gegen die entsprechende Verfügung legte die LGU damals Beschwerde ein und der Verwaltungsgerichtshof bestätigte die Haltung der LGU, was das Freihalten der Balzner Talgewässer von Bibern betraf.

Das heutige Biberkonzept ist das Ergebnis der konstruktiven Zusammenarbeit verschiedener Akteure wie der liechtensteinischen Regierung, dem Amt für Umwelt, dem Amt für Bevölkerungsschutz und massgeblich auch der LGU. Die LGU hat in ihrer Stellungnahme zur damaligen Konsultationsvorlage nicht nur Kritik geübt, sondern praktikable Lösungsvorschläge unterbreitet.

Das "Konzept Biber Liechtenstein" ist aus Sicht der LGU ein wichtiger und grosser Schritt. Nicht weil Biber in Liechtenstein vorher gar nicht geschützt gewesen wären, wie Radio SRF suggeriert, sondern weil das heutige Biberkonzept eine positive Grundhaltung gegenüber Bibern und ihren Lebensräumen einnimmt.

Da in Liechtenstein, wie anderswo auch, zahlreiche Stimmen laut geworden waren, die keinen Platz für Biber in unserem beengten und mit Hochwasserschutzanlagen bestückten Talraum sahen, freut sich die LGU sehr, dass ihre konstruktiven Vorschläge berücksichtigt wurden und das heutige Biberkonzept entscheidend mitprägen.

Medien schätzen Schlagzeilen, diese seien ihnen vergönnt - solange sie auf gründlich recherchierten Fakten beruhen.

 

 

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