Versteckte Gefahr in Kunststoffen
In Plastik sind tausende gefährlicher Chemikalien enthalten, die Gesundheit und Umwelt schädigen können. Wie gross das Problem tatsächlich ist, wurde kürzlich in einem Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) veröffentlicht.
Die Verschmutzung der Umwelt durch Plastik ist ein bekanntes Thema. Vor allem über Mikro- und Nanoplastik wurde in den letzten Jahren viel berichtet. Die winzig kleinen Teilchen sind mittlerweile in jedem natürlichen Lebensraum zu finden, reichern sich u.a. im Muskelfleisch von Fischen an und manche können sogar in menschliche Gehirne gelangen. Übrigens: einer neuen Publikation der Schweizer Regierung zufolge, gelangen in der Schweiz jedes Jahr 14'000 Tonnen Plastik in Schweizer Böden und Gewässer.
Eine bisher wenig bekannte Auswirkung der Mikro- und Nanoplastik Partikel ist, dass sie sich sowohl im Süss- als auch im Meerwasser mit Algenplankton verklumpen, wodurch sich das Algenplankton schneller im Sediment absetzt. So stören die Plastikteilchen durch einem indirekten Effekt den gesamten Nährstoffkreislauf der Gewässer.

Ein Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP offenbart leider noch weitere Gefahren, die von Plastik ausgehen können. Demnach können rund 13'000 verschiedene Chemikalien in Kunststoffen enthalten sein. Ein Viertel davon sei definitiv problematisch für Gesundheit und Umwelt und über die Hälfte wisse man schlichtweg zu wenig, bestätigten die beiden Co-Autoren des Berichtes und Empa-Forschenden Zhanyun Wang und Narain Ashta.
10 verschiedene Chemikaliengruppen werden in der Publikation «Chemicals in Plastics» als besonders besorgniserregend identifiziert. Chemikalien dieser Gruppen sind entweder sehr giftig, oder gelangen leicht aus den Kunststoffen in die Umwelt. Dazu gehören unter vielen anderen die per- und polyflourierten Alkylverbindungen (PFAS), über die wir bereits in diesem Jahr im Alpenmagazin Panorama berichteten.
Die Forschenden sehen dringenden Handlungsbedarf und haben 10 Bereiche priorisiert, in denen die giftigen Substanzen besonders schnell zu einer Gefährdung von Gesundheit und Umwelt führen können. Dazu gehören u.a. Kunststoffe, die für Lebensmittelverpackungen, Textilien, Spielzeugen, Möbeln, Fahrzeugen, elektronischen Geräten, in der Landwirtschaft und Fischerei etc. eingesetzt werden. Problematische Chemikalien können während des gesamten Lebenszyklus aus den Kunststoffen freigesetzt werden, also auch beim Gebrauch oder falls diese an einer korrekten Entsorgung/Wiederverwertung vorbei in die Umwelt gelangen. Es bestehe grosser und globaler Handlungsbedarf zum Schutz von Gesundheit und Umwelt. Das Ziel solle eine giftfreie und nachhaltige Kreislaufwirtschaft sein.
Sehr viel Plastik des täglichen Gebrauchs kann zum Schutz von Umwelt und Gesundheit recht einfach vermieden und ersetzt werden. Diejenigen Kunststoffe, um die wir nicht herumkommen, müssen zumindest korrekt entsorgt und nach Möglichkeit einem Kreislauf zugeführt werden.
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für Umweltschutz LGU
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