Stellungnahme SUP Windeignungsgebiete

© Marco Verch; https://www.ccnull.de/foto/luftbild-einer-windkraftanlage-neuer-windpark-straubenhardt/1022162/

Windenergie in Liechtenstein: Chancen nutzen, Natur schützen

Die LGU hat zur geplanten Festlegung von Windeignungsgebieten in Liechtenstein Stellung genommen. Dabei geht es noch nicht um konkrete Windräder, sondern um die grundsätzliche Frage: Wo könnte Windenergie in Liechtenstein sinnvoll sein und wo sprechen Natur, Landschaft, Landwirtschaft oder andere Interessen dagegen?

Die LGU unterstützt die Nutzung der Windenergie in Liechtenstein grundsätzlich. Windstrom kann vor allem im Winter eine wichtige Ergänzung zu Solar- und Wasserkraft sein. Gleichzeitig gilt, dass auch erneuerbare Energie negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Windräder benötigen Zufahrten und Standflächen, sind weithin sichtbar und können Lebensräume von Tieren beeinflussen. Deshalb ist eine sorgfältige Standortwahl entscheidend.

Der vorliegende Umweltbericht ist aus Sicht der LGU eine gute Grundlage. In einigen Punkten wünschen wir uns aber mehr Klarheit. So sollte besser erklärt werden, für welche Grösse von Windanlagen die ausgewiesenen Gebiete gelten. Auch beim Schutzwald sollte nachvollziehbar sein, warum alle Schutzwaldflächen pauschal ausgeschlossen werden – oder ob in einzelnen Fällen eine genauere Prüfung möglich wäre, ohne die Schutzfunktion des Waldes zu gefährden.

Besonders wichtig ist die Biodiversität als unsere natürliche Lebensgrundlage. So sieht es der Aktionsplan Biodiversität vor zusätzliche Flächen langfristig zu sichern. Solche Gebiete sollten deshalb bereits heute mitgedacht werden. Ein Beispiel ist das Bangserfeld bei Ruggell. Dort kommen mehrere Naturinteressen zusammen, unter anderem wertvolle Lebensräume, Wildtierverbindungen und das direkt angrenzende Schutzgebiet Bangs–Matschels in Österreich.

Aus Sicht der LGU reicht es nicht, jeden Umweltkonflikt einzeln anzuschauen. Entscheidend ist auch, was passiert, wenn mehrere Belastungen am gleichen Ort zusammenkommen. Deshalb schlagen wir vor, für jedes mögliche Windgebiet übersichtlich darzustellen: Welche Naturwerte sind betroffen? Welche Konflikte gibt es? Welche Fragen sind noch offen? Und was muss später bei einem konkreten Projekt genauer untersucht werden?

Je klarer diese Fragen jetzt geklärt werden, desto besser sind die Voraussetzungen für spätere Projekte – für die Energieversorgung ebenso wie für Natur und Landschaft.

 

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