Stellungnahme zum Entwurf der Bibermanagementverordnung (BMVO) in Vorarlberg

© Daniel Erni

In Vorarlberg wurde im Juli 2026 ein Entwurf zur Bibermanagementverordnung (BMVO) veröffentlich. Primär geht es um die vorübergehende Zulassung von Ausnahmen der Schutzbestimmungen betreffend den Biber. Beinhaltet sind unter anderem Regelungen über Präventionsmassnahmen, sowie Eingriffe in den Biberlebensraum durch Dammentfernung und einen kontingentierten Eingriff in die Biberpopulation (Abschusszahl).

Der Vorarlberger Biberbestand ist mit der Population der Schweiz und Liechtenstein vernetzt. Es besteht ein relevanter Austausch und Zuzug aus dem Ausland nach und von Vorarlberg. Eine geänderte Vorgehensweise im Bibermanagement im Raum Vorarlberg kann sich aufgrund der geografischen Nähe somit auf die Gesamtpopulation und folglich den Biberbestand der angrenzenden Länder auswirken. Aufgrund dessen hat die LGU beim Land Vorarlberg dazu eine Stellungnahme eingebracht.

Der Biber war ursprünglich in Vorarlberg verbreitet. Er galt seit 1685 als ausgestorben und  kehrte durch natürliche Rückwanderung 2006 nach Vorarlberg zurück. Aus Sicht des Naturschutzes ist diese Entwicklung sehr erfreulich. Der Nutzen des Bibers ist auch für den Menschen gross. Biberaktivitäten fördern neben der Biodiversität den Hochwasserschutz, füllen Grundwasservorräte, Biberlebensräume können Brandschneisen bei Waldbränden bilden und auch in Landwirtschaftsgebieten in der Nähe von Biberlebensräumen erhöht sich der Ertrag in Trockenperioden.

Die Rückkehr des Bibers in seinen ursprünglichen Lebensraum bringt aber auch Interessenskonflikte mit sich. Die LGU befürwortet die Bestrebungen der Vorarlberger Landesregierung aktuelle Konfliktsituationen aufzugreifen und klar zu regeln. In den Bestimmungen des aktuellen Entwurfs sieht die LGU jedoch nur kurz- bis mittelfristige Lösungsansätze. Zur Verfolgung von langfristigen Lösungen (u.a. Revitalisierung von Gewässern, Pufferzonen entlang von Gewässern), sehen wir aber auch die Notwendigkeit von kurz- bis mittelfristigen Lösungen für akute Konflikt- und Gefahrensituationen. Dabei ist es uns aber wichtig, dass langfristige Lösungsansätze immer als Endziel angestrebt werden. Gerade dieser Ansatz wurde im vorliegenden Entwurf nicht aufgegriffen.

Die LGU erhofft sich, dass die Wiederbesiedelung des Bibers gerade in Zeiten von massiven Hitzehochs und Rekordtemperaturen als Chance gesehen wird, von «schnellen Lösungen» als Problemlösung abgesehen wird und im Vorarlberger Bibermanagement ein neuer Ansatz unter Einbezug der Vorteile des Bibers und mit der Verfolgung von langfristigen Lösungen erarbeitet wird.

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