Zusammen die Gelbbauchunke fördern: Wannen aus Baumstämmen

Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) ist ein in Mitteleuropa vorkommender Froschlurch.
Sie ist mittlerweile selten und gilt in Liechtenstein als stark gefährdet. Ein Drittel ihrer Vorkommen sind seit 1995 erloschen. Wie alle Amphibienarten ist die Gelbbauchunke daher in Liechtenstein gesetzlich geschützt (Kühnis, 2011).
Der Hauptgrund für den Rückgang der Gelbbauchunke ist Lebensraumverlust durch Trockenlegung von Feuchtgebieten, Begradigung von Flüssen und durch Intensivierung der Landwirtschaft und eine erhöhte Verbauung. Dies bedingt auch weniger Platz für Randstrukturen und Brachland, wo sich die erwachsenen Unken unter liegendem Holz, Gras oder auf lockerem Waldboden verstecken.
Es gibt aber auch noch andere Gründe: Umweltschadstoffe, Krankheiten, invasive Arten und der Klimawandel. Auch die Lebensraumzerteilung durch Strassen und fehlende Trittsteine spielt eine grosse Rolle, denn wenn sich Populationen nicht mehr vermischen können, entstehen isolierte und genetisch ähnliche Restbestände, die dadurch weniger widerstandsfähig sind. Besonders wichtig sind daher Trittsteine wie kleine, immer wieder austrocknende Tümpel, die die Gelbbauchunke zum Laichen verwendet. Diese Tümpel sollten weniger als 1 km voneinander entfernt liegen, damit sich die Populationen wieder vermischen können (Hantzschmann et al., 2021).
Daher haben wir 2025 begonnen sogenannte Unkenwannen im Tentscha-Bannriet im Boden zu versenken. Aus Baumstämmen wurden dafür elf Unkenwannen gebaut. Sie dienen als temporäre Tümpel aus natürlichem Material. Wir haben weiters an sechs Stellen die sehr steilen und für Kleintiere unpassierbaren Entwässerungsgräben abgeflacht.
Wie kannst du selbst der Gelbbauchunke helfen?
Anbei findest du eine Anleitung für den Bau einer Unkenwanne. Mit etwas Glück kannst du ab April/Mai in der Wanne Gelbbauchunken beobachten.
Quellen
Hantzschmann, A.M., Sinsch, U., Göttlicher, C. et al. Conservation genetics of yellow-bellied toads (Bombina variegata): a matter of geographical scale and isolation. Conserv Genet 22, 83–96 (2021). https://doi.org/10.1007/s10592-020-01320-3
Kühnis, Jürgen. Amphibienmonitoring in Liechtenstein 1995-2010. Regierung des Fürstentums Liechtenstein Amtlicher Lehrmittelverlag, Vaduz (2011). Naturkundliche Forschung im Fürstentum Liechtenstein; Bd. 27 ISBN 978-3-9523234-4-1 https://www.llv.li/serviceportal2/amtsstellen/amt-fuer-umwelt/publikationen/naturkindliche-forschung/amphibien-2011.pdf
Weitere Infos
Info fauna. Gelbbauchunke. https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/amphibien-karch/die-amphibien/arten/gelbbauchunke#gsc.tab=0
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