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Sicher ohne Licht

Was sich ändert, wenn Strassenlampen nachts abgeschaltet werden?
Sicher ohne Licht

Steg

Mehr Angst hätten ältere Frauen, sagt ein Herr in der hinteren Reihe. Sie fühlten sich nicht mehr sicher, wenn alle Strassenlampen nachts von halb eins bis halb sechs ausgeschaltet seien. Nach Vorträgen über Strom sparen und Lichtverschmutzung wird in der Schule in Planken darüber diskutiert, ob die 126 Strassenlampen aus bleiben sollen. Dass im Jahr der Strom von zwei bis drei Einfamilienhäuser im Wert von 2700 Franken eingespart und die Natur geschützt wird, gefällt den meisten Menschen, die in Planken leben. Doch müssen sie sich jetzt vor Einbrüchen fürchten?

Seit Juli 2011 schon sind die Strassenlampen testweise aus. Wer jetzt in Planken nachts zum Himmel blickt, kann zwischen 500 und 1000 Sterne sehen. Das sind nicht einmal halb so viele Sterne, wie bei völliger Dunkelheit sichtbar wären. Weil das Licht im dicht besiedelten Rheintal nicht nur Strassen und Gebäude sondern auch den Nachthimmel beleuchtet, verschwindet der Sternenhimmel immer mehr.

Lichtverschmutzung mit Folgen

Die künstliche Aufhellung des Nachthimmels wird Lichtverschmutzung genannt. Der Verlust der natürlichen Nacht hat Auswirkungen auf Mensch und Natur. Bei hellem Licht zum Beispiel wird beim Mensch die Produktion des Schlafhormons Melatonin unterdrückt, was zu Schlafstörungen führen kann.

Auch der Tag-Nacht-Rhythmus der Vögel wird vom Licht gesteuert. Amseln singen nur dann nachts, wenn Lampen die Nacht zum Tag werden lassen.

Nachtaktive Insekten werden durch Lampen angezogen und verbrennen oder sterben durch Erschöpfung. Im hellen Licht sind sie leichte Beute für Spinnen und Fledermäuse.

Besonders betroffen sind die Zugvögel, die
mehrheitlich nachts fliegen. Sie werden von Lichtstrahlen irritiert, verlieren die Orientierung und fliegen deshalb kilometerlange Umwege. In Lichtglocken über Städten kreisen manche bis zur Erschöpfung. Wolken oder Nebel verstärken den Effekt, da sie das Licht reflektieren.

Fünf Regeln

Lichtverschmutzung lässt sich mit fünf einfachen Regeln vermeiden:

Leuchten im Freien nur dort aufstellen, wo sie tatsächlich notwendig sind.

Lampen von oben nach unten leuchten lassen, damit das Licht nicht in den Himmel strahlt.

Abgeschirmte Leuchten sind besser.

Beleuchtungsstärke der Situation anpassen.

Lampen nur dann einschalten, wenn es sie braucht (an Bewegungsmelder denken).

In Rheine gehen seit sechs Jahren nachts zwischen eins und halb vier alle Lichter aus, auch die an wichtigen Strassen und Kreuzungen. Nur an Wochenenden und vor Feiertagen bleibt es hell in der westfälischen Stadt, in der gut doppelt so viele Menschen wie in Liechtenstein leben.

Die Polizei muss deswegen nicht häufiger aus-
rücken. Sachbeschädigungen, Einbrüche und Überfälle haben nicht zugenommen. Durch eine Befragung weiss man, dass sich die Menschen trotz Abschaltung sicher fühlen.

Auch in Liechtenstein ist es nachts nicht zu mehr Polizeieinsätzen gekommen, seit die ersten Strassenlampen vor gut drei Jahren ausgingen. Gamprin und Schellenberg schalten alle Lampen in den Wohngebieten aus. Einige Gemeinden schalten nur jede zweite Strassenlampe aus.

Auf den Gemeindestrassen ist eine aus Umweltsicht erfreuliche Entwicklung im Gange. Ein erster Schritt. Ein nächster könnte die Nachtabschaltung auf den Landesstrassen sein. Was in einer Stadt wie Rheine ohne Sicherheitsverlust möglich ist, das müsste auch in Liechtenstein funktionieren.

 

Mehr Informationen:

http://www.llv.li/amtsstellen/llv-aus-lichtverschmutzung.htm

www.darksky.ch

www.verlustdernacht.de

Zusammenfassung der LGU-Recherchen

 

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