Artikelaktionen

Wie weiter mit den Bibern in Liechtenstein?

In Liechtenstein wurden fünf Biber abgeschossen. Wie wird es weitergehen mit den einheimischen Bibern? Ein Konzept für ein Bibermanagement ist überfällig.
Wie weiter mit den Bibern in Liechtenstein?

Biber in Schaan (Rainer Kühnis)

Bereits vor sieben Jahren sind die ersten Biber in Liechtenstein aufgetaucht. Biber sind einheimische Nagetiere, die vom Menschen bereits im 19. Jahrhundert in der Schweiz ausgerottet wurden. Ihr Fleisch war schmackhaft, der Pelz sehr begehrt und das Drüsensekret,  Bibergeil genannt, war eine gefragte Medizin. Europaweit gab es im 20. Jahrhundert nur noch ganz wenige, vereinzelte Vorkommen. Um das Aussterben des europäischen Bibers zu verhindern, wurde Mitte des 20. Jahrhunderts mit seiner aktiven Wiederansiedlung begonnen. Ein langwieriges und nicht einfaches Unterfangen, da Männchen und Weibchen beim lebenden Tier nicht zu unterscheiden sind. In Liechtenstein wurden keine Biber ausgesetzt, sie sind selbst zugewandert.

Biber haben ein strenges Revierverhalten. Eine Familie beansprucht einen Fliessgewässerabschnitt für sich alleine. Seine Grösse ist abhängig vom Vorhandensein ihrer Nahrung. Ein See oder Teich kann nur einer Biberfamilie Lebensraum bieten. Eindringende Biber werden angegriffen und oft schwer verletzt oder getötet. Auf diese Weise reguliert sich eine Biberpopulation unter optimalen Bedingungen selbst. Wird der Stress durch Revierstreitigkeiten zu gross, sinkt die Geburtenrate.

Biber sind Landschaftsgestalter und ihre Interessen, nämlich möglichst hohen Wasserstand und viele Wasserwege zur Verfügung zu haben, kollidieren zwangsläufig mit menschlichen Interessen der Landnutzung. Um diese Konflikte im Vorfeld zu erkennen und zu möglichst gering zu halten, ist ein gutes Bibermanagement notwendig. Nur so kann der Schutz und die Akzeptanz dieser, bis vor kurzem in Mitteleuropa praktisch ausgerotteten Art, gewährleistet werden. Gute Beispiele dafür gibt es im benachbarten Ausland, wo Biber überall einen guten Schutzstatus geniessen. In der Schweiz mussten bisher noch keine Biber geschossen werden.

Die LGU setzt sich ein für einen guten Schutzstatus des Bibers in Liechtenstein. Das Gewehr darf auf keinen Fall zum Hauptwerkzeug im Bibermanagement werden.

Biber sind "Biodiversitäter", wie Michael Fasel in seinem 2014 erschienen Buch "Der Rückkehrer" treffend beschreibt. Das bedeutet, dass Biber durch ihre Lebensweise die natürliche Vielfalt fördern. Auf der ganzen Welt wird beklagt, dass die Vielfalt schwindet, was sich schlussendlich auch wirtschaftlich negativ auswirken wird. Biber helfen Vielfalt zu bewahren und zu fördern!

Medienmitteilung der LGU vom 10. April 2015

Interview mit der LGU im Ostschweizer Fernsehen

LGU LIEWO-Seite im April 2015: Die Biber sind los

LGU zur Biber-Politik im Radio L, gesendet 15. Mai 2015

 

 

 

Termine
Lebensqualität trotz Klimawandel Gesunde Umwelt - Gesunde Gemeinde, eine Kooperationsveranstaltung des Amtes für Gesundheit und der LGU zur Verbesserung der Standortqualität der Gemeinden. Dienstag 21.Mai 2019 17:30 - 19:30 Rathaussaal Vaduz
Vernissage: Sag mir, wo die Blumen sind Eine Ausstellung des Kunstvereins Schichtwechsel in Kooperation mit der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz LGU und der Kunstschule Liechtenstein. Freitag 24.Mai 2019 19:00 - 22:00 Landweibels-Huus, Landstrasse 71-75, Schaan
LGU-Mitgliederversammlung 2019 Die LGU-Mitgliederversammlung findet traditionell am Tag der Umwelt statt. Vorher, im Rahmenprogramm, zeigen uns Vorsteher Freddy Kaiser und Werkhofmeister Patrick Marxer ihr "Blühendes Mauren". Mittwoch 05.Juni 2019 17:50 - 20:30 Kulturhaus Rössle, Mauren
Alle kommenden Termine

Liechtensteinische Gesellschaft
für Umweltschutz LGU
Dorfstrasse 46
9491 Ruggell, Liechtenstein
Telefon +423 232 52 62
info@lgu.li

Bankverbindung: VPB, Vaduz
IBAN LI51 0880 5502 0193 9020 4