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Liewo-Seite und Interview zum Stadttunnel Feldkirch

Stau nach Liechtenstein verlagern? Mit dem Projekt Stadttunnel Feldkirch soll der Verkehr durch einen Tunnel statt durchs Zentrum rollen. Alle wissen, dass das mehr Verkehr bringt und der über die Grenze weiterfährt. Was bedeutet das für die Menschen in Liechtenstein?

Besser soll die Lebensqualität für die Menschen im Zentrum Feldkirchs werden, hat sich Vorarlberg zum Ziel gesetzt. Dazu müssen die Belastungen aus dem Strassenverkehr gesenkt werden. Weniger Lärm und bessere Luft wäre auch für die Menschen in Liechtenstein gut. Denn nicht nur in Feldkirch, auch im liechtensteiner Unterland und in Schaan werden die Lärm- und Luftgrenzwerte überschritten.

 

Entscheidung für mehr Verkehr

Nun hat sich die Landesregierung Vorarlberg jedoch für einen Weg entschieden, mit dem der Verkehr einfach nur in ein Tunnelsystem verlagert wird. Weil das Strassennetz so mehr Autos und LKWs aufnehmen kann, wird es insgesamt mehr Verkehr geben. Das Zentrum profitiert dann davon, dass der Lärm im Stadttunnel nicht zu hören ist und die Autoabgase auf dem Stadtschrofen hoch hinaus geblasen werden. Dort verteilt der Wind die Abgase über die ganze Region. Der Stadttunnel Feldkirch macht so die Menschen im Zentrum zu Gewinnern, die ausserhalb jedoch zu Verlierern. Wie stark, ist umstritten. In Vorarlberg geht man davon aus, dass der Verkehr nicht so stark zunimmt, weil in Liechtenstein noch Engpässe vorhanden sind. Dass es an den Knoten in Nendeln, Schaan, Eschen und Bendern zu Stauerscheinungen kommt, wenn eine Umfahrung die Bärenkreuzung entlastet, ergab bereits 2005 eine Studie der Regierung Liechtensteins. Kritisch sind vor allem die Rheinbrücken, weil die Engpässe dort nur zusammen mit der Schweiz aufgehoben werden können. Der Bund hat jedoch nicht vor, die Autobahn auszubauen oder neue Anschlüsse zu realisieren. Kommt der Stadttunnel, steht in Liechtenstein also noch mehr Verkehr im Stau. Grund zur Sorge.

Schlechter lernen

Denn die vielen Autofahrten belasten jetzt schon. In Schaanwald beispielsweise wird der Lärm-Alarmgrenzwert überschritten, in Bendern der Jahresmittelgrenzwert für Stickstoffdioxid und in Eschen die Feinstaubgrenzwerte. Das macht krank. Zum Beispiel sind die schulischen Leistungen lärmgeplagter Kinder schlechter. Feinstaub verkürzt die durchschnittliche Lebenserwartung um rund acht Monate und kann sogar Lungenkrebs verursachen. Chronischer Husten und Infektionen wie Bronchitis werden dort gehäuft beobachtet, wo Menschen dem Reizgas Stickstoffdioxid längere Zeit ausgesetzt sind.

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