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Invasives Zackenschötchen breitet sich weiter aus

Das Orientalische Zackenschötchen ist in Süd-Osteuropa bis Sibirien beheimatet. Die Art wurde in Mitteleuropa eingeschleppt und breitet sich stark aus. Funde sollten unbedingt gemeldet werden.

Bereits seit längerer Zeit ist das Orientalische (Östliche) Zackenschötchen (Bunias orientalis) auch in Liechtenstein vorhanden. Schon vor über zehn Jahren war die Art auf der gesamten Länge des Rheindamms in Liechtenstein nachgewiesen.

Behörden in der Schweiz und Liechtenstein behielten die Pflanze, die zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) gehört, lange Zeit auf der Beobachtungsliste. Da sie sich immer schneller verbreitet, wurde die Art im Jahr 2014 auf die Schwarze Liste der invasiven Neophten gesetzt.

Neophyten sind Pflanzen, die nicht bei uns beheimatet sind, sondern eingeschleppt wurden. Sie werden erst dann als invasiv bezeichnet, wenn sie eine Bedrohung für Natur, Gesundheit und Wirtschaft darstellen.

Wo das Orientalische Zackenschötchen günstige Bedingungen antrifft, kann es ganz schnell sogenannte Dominanzbestände ausbilden und verdrängt dann die heimische Vegetation. Es bedroht damit die natürliche Pflanzenvielfalt einschliesslich der Tierwelt, die davon abhängig ist. Die Art wird als besonder Gefahr für artenreiche Trockenwiesen angesehen. Ihre gelben Blüten ähneln denjenigen verwandter Arten wie dem Acker-Schöterich, dem Raps oder der Gemeinen Winterkresse, was zu Verwechslungen führen kann.

Verbreitung:
Verbreitet wird Bunias orientalis über menschliche Tätigkeiten. Wird mit Samen oder Wurzelstücken belastetes Erdmaterial transportiert und andernorts verwendet, trifft die schnell keimende und schnellwüchsige Pflanze häufig auf ideale Bedingungen. Bereits im Keimjahr blüht die Pflanze und bildet zahlreiche Samen, die wiederum mehrere Jahre keimfähig bleiben. Zudem kann sie sich über Wurzelausläufer vermehren und erlebt einen zweiten Wachstumsschub nach der Mahd im Sommer.

Leider konnte sich dieser invasive Neophyt so auch auf der Balzner Allmeind ausbreiten: Im Rahmen eines Eingriffes zutransportiertes Aushubmaterial war belastet. Die wärmeliebende Art fand durch die Baustelle und die damit einhergehende Bodenstörung günstige Bedingungen vor. Zahlreiche Individuen konnten schnell heranwachsen und Samen bilden. Die LGU unterstützt die Gemeinde Balzers bei der Bekämpfung des Orientalischen Zackenschötchens und weiterer gebietsfremder Pflanzen an diesem besonderen und artenreichen Standort.

Auswirkungen:

  • Da das Orientalische Zackenschötchen dichte Bestände bilden kann, in denen nur noch wenige andere Pflanzenarten vorkommen, stellt diese invasive Art an bestimmten Standorten eine Bedrohung für die heimische Biodiversität dar.
  • Gemäss dem deutschen Bundesamt für Umwelt werden auch wirtschaftliche Auswirkungen erwartet, da Weidetiere den rettichartigen Geschmack von Bunias orientalis nicht schätzen und in Dominanzbeständen Gras als Futtergrundlage verdrängt wird.

 

Wichtig:
Das Vorkommen des Orientalischen Zackenschötchens sollte unbedingt beim gemeldet werden. Da die Pflanze schwer zu bekämpfen ist, muss dafür der Rat einer Fachperson eingeholt werden. Pflanzenmaterial darf nicht im Kompost oder auf der Grünmülldeponie entsorgt werden, sondern muss in die Verbrennung.

 

Mehr Informationen:
Merkblatt von InfoFlora Schweiz
BfN
Deutschland

 

 

 

Termine
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