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Grosser Druck auf Gewässer

Die Hälfte des meteorologischen Sommers 2018 ist bereits um. Laut Meteo Schweiz war die erste Hälfte „Sehr warm, aber nicht heiss und staubtrocken.“
Grosser Druck auf Gewässer

Pegelstand und Abfluss der letzten 40 Tage am Rhein bei Oberriet © 2018 Bafu

Dass es seit mehreren Wochen keine grossen Niederschläge mehr gab, sieht man an den immer tieferen Wasserständen. Auch am Alpenrhein und am Binnenkanal in Ruggell  sinken die Pegel. Den Wettervorhersagen zufolge, wird sich die Situation in der nächsten Zeit nicht gross verändern.

Die derzeitige Trockenheit erinnert uns daran, wie abhänging wir von der Ressource Wasser sind. Wir sind es gewohnt, dass immer genügend sauberes Wasser zur Verfügung steht: zum Trinken, Duschen, Baden, Putzen, für industrielle Prozesse, um Felder zu bewässern oder um Strom zu erzeugen.

Strom aus Wasserkraft gilt als erneuerbar und spielt dadurch eine wichtige Rolle für die Energiewende. Damit auf die Verbrennung fossiler Energieträger verzichtet und so die menschengemachte Erderwärmung auf ein hoffentlich verträgliches Mass begrenzt werden kann, muss ausreichend Strom aus erneuerbaren Energiequellen zur Verfügung stehen.

Dennoch wehren sich weltweit Umweltorganisationen gegen bestimmte erneuerbare Energie-Projekte. Warum ist der Bau von Wasserkraftwerken oder Windkraftanlagen häufig so umstritten, obwohl der produzierte Strom aus erneuerbaren Quellen stammt?

Auch wenn der Strom aus sich erneuernden Quellen wie Wasser, Wind oder der Sonnenstrahlung gewonnen wird, belastet die Stromproduktion Natur und Umwelt:

Zur Stromgewinnung z. B. aus Wasserkraft werden häufig Fliessgewässer aufgestaut. Dadurch verändert sich das Gewässer beiderseits der Staumauer und damit die gesamte Landschaft. Oberhalb der Staumauer entsteht ein Stausee und unterhalb verliert der Fluss seine natürliche Dynamik: Es fehlt das natürliche Geschiebe, dem Gewässer wird nur noch ein sogenanntes Restwasser gelassen, durch den Kraftwerksbetrieb entstehen viele kleine und grosse Ebbe-Flut-Ereignisse (Sunk und Schwall) pro Tag, die Durchgängigkeit und Lebensbedingungen für Fische und andere Wasserlebewesen verschlechtern sich, die Wasserqualität verändert sich (Temperatur, Sauerstoffgehalt) und auch der Austausch zwischen Oberflächen- und Grundwasser kann massiv beeinträchtigt werden und sich damit auf die Menge und Qualität des Grundwassers negativ auswirken.

Es treffen also mehrere unterschiedliche, umweltrelevante und öffentliche Interessen aufeinander: Klimaschutz, Landschaftsschutz, Naturschutz sowie verschiedene wirtschaftliche Interessen. Eine Balance ist schwer zu finden, wie auch CIPRA International im Newsletter "Alpmedia" 5/2018 unter dem Titel "Strom frisst Landschaft" berichtet.

Die LGU ist überzeugt: Wenn wir die Energiewende nachhaltig gestalten wollen, müssen wir alle heutigen und künftigen öffentlichen Interessen schützen. Das ist nur möglich, wenn wir entsprechend sorgsam mit unseren Ressourcen umgehen und unnötigen Verbrauch vermeiden.

Termine
"Damit gutes Leben einfacher wird - Perspektiven einer Suffizienzpolitik" Vortrag der Volkswirtin Prof. Dr. Angelika Zahrnt mit anschliessender Podiumsdiskussion. Montag 12.November 2018 18:30 - 20:30 Foyer Vaduzer Saal
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