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Unterhaltsarbeiten am Historischen Höhenweg

Derzeit werden am Historischen Höhenweg auf Eschner Gemeindegebiet Sanierungsarbeiten durchgeführt. Aus der Bevölkerung wurde Kritik laut, wie den Medien zu entnehmen war.
Unterhaltsarbeiten am Historischen Höhenweg

Wanderweg im Gebiet Malanser Lotzagüetle: 2013 © Cornelia Mayer; 2019 © Samira Schädler

Beim Historischen Höhenweg handelt es sich um einen 15 km langen Wanderweg über den Eschnerberg. Der Weg führt die Wanderer durch die Gebiete Malanserwald und Lotzagüetle und lädt dazu ein, die Landschaft zu geniessen und die Geschichte zu entdecken. Hier findet man noch ein vielfältiges Mosaik unterschiedlichster Laubmischwälder. Darunter sogar einige seltene Waldtypen und auch seltene Arten wie  die Pimpernuss, welche in Liechtenstein sonst nicht mehr vorkommt.

Der Historische Höhenweg wurde von den Unterländer Gemeinden, dem Unterländer Verkehrsverein sowie dem Historischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein ins Leben gerufen und 1975 eröffnet. Dabei soll der Weg "einerseits der Erholung und Freizeit dienen und andererseits die landschaftliche Schönheit, bedeutende Zeugnisse der Vergangenheit und historische Kulturgüter würdigen". Laut dem damaligen Projektleiter Dr. Mario F. Broggi wurde bei der Anlage des Wanderweges viel Wert auf eine naturnahe Umsetzung gelegt. So entstanden zwischen den bestehenden Strassen und Wegen schmale Pfade mit einem ganz speziellen Charakter. Durch die natürliche Wegführung über Steine und Wurzeln ergibt sich für den Wanderer ein hoher Bezug zur Natur.

Den Menschen, die sich nun über die zunehmenden Veränderungen am Historischen Höhenweg beklagen, geht es um das Erlebnis Wandern, darum, Wurzeln unter den Füssen zu spüren, sich auf Pfaden durch den Wald zu bewegen und in die natürliche Umgebung einzutauchen. Dieses Erlebnis vermissen sie auf den ausgebauten und gekiesten Wegen. Zudem wird der verbreiterte Weg mittlerweile auch von Bikern genutzt, was ein unbeschwertes Wandern schwierig macht.

Das praktisch durchgängige Kiesen von Wanderwegen, gepaart mit einer gewissen Verbreiterung und dem Einbau von betonierten Stufen, wie sie am Historischen Höhenweg geschehen ist und geschieht, mindert auch aus Sicht der LGU das Naturerlebnis und belastet die Landschaft. Daher haben wir nachgefragt und erfahren, dass die Veränderungen bisher als blosse Unterhaltsarbeiten gelten, die in diesem Fall in der Verantwortung der Gemeinde liegen.

Es steht ausser Frage, dass gewisse Unterhaltsarbeiten von Zeit zu Zeit notwendig sind. Im Falle des Historischen Höhenweges ist jedoch nach dem Dafürhalten der LGU zu prüfen, ob die ausgeführten Veränderungen überhaupt noch als blosse Unterhaltsmassnahmen gelten dürfen. Bei Massnahmen, welche den Charakter des Weges erheblich ändern, wäre aus Sicht der LGU ein Eingriffsverfahren notwendig. Denn dann wird von Fachpersonen im Vorfeld geprüft, ob die geplanten Massnahmen für Natur und Landschaft verträglich sind. Die entsprechenden Abklärungen sind derzeit im Gange.

Unabhängig von formalrechtlich korrekten Vorgehensweisen, ist es aus Sicht der LGU wünschenswert und wichtig, dass notwendige Eingriffe und Unterhaltsarbeiten mit der nötigen Sensibilität ausgeführt werden - sowohl für Natur und Landschaft, als auch für die Menschen, welche die Natur mit allen Sinnen wahrnehmen möchten.

Termine
"Sag mir, wo die Blumen sind" Exkursionen, Spaziergänge und Vorträge im Rahmen eines Kooperationsprojektes des Kunstvereins Schichtwechsel mit der Kunstschule Liechtenstein und der LGU Mittwoch 29.Mai 2019 - Freitag 04.Oktober 2019 Schaan
Informations- und Diskussionsabend zum Thema "Wald-Wild-Jagd" Die öffentliche Veranstaltung zu dem brisanten und hochaktuellen Thema wird von der Liechtensteiner Jägerschaft organisiert. Dienstag 20.August 2019 19:00 - 21:00 Aula, Liechtensteinisches Gymnasium, Vaduz
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